Nachthimmel in den Bergen Colorados: 1982 wurde ein Mann gerettet, weil in einem Passagierflugzeug jemand die SOS Zeichen erkannte.

Dramatische Rettung und späte Gerechtigkeit40 Jahre alter Cold Case gelöst - SOS aus Flugzeug von United Airlines erkannt

Vor knapp 44 Jahren wird ein Mann vor dem sicheren Tod durch Erfrieren gerettet, weil ein aufmerksamer Passagier von United Airlines Lichtsignale deuten kann. Niemand ahnte, dass der Gerettete ein dunkles Geheimnis hat.

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Es war eine bitterkalte Nacht, die einem Mann in Colorado fast das Leben gekostet hätte. In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 1982 fegte ein Schneesturm über den Guanella Pass, einem Hochgebirgspass auf rund 3500 Meter mitten in den Rocky Mountains. Das Thermometer zeigte Minus 30 Grad Celsius an. In dieser Umgebung steckte der Minenarbeiter Alan Lee Phillips mit seinem Truck in einer Schneewehe fest.

Phillips entdeckte ein Flugzeug am Himmel. Es handelte sich um einen United-Airlines-Flug von Denver nach Kalifornien. Die Kabinenbeleuchtung war gedimmt, doch ein Passagier blickte aus dem Fenster und bemerkte ungewöhnliche Lichtsignale. Diese wiederholten sich in einem klaren Muster: drei lange Blitze, gefolgt von drei kurzen. Sofort erkannte er: Jemand funkte SOS.

Phillips wollte einer Plozeikontrolle entgehen

Er informierte zunächst das Kabinenpersonal, das wiederum die Piloten benachrichtigte. Diese leiteten die ungefähren Koordinaten an die Bodenstation weiter. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Rettungskette in Gang gesetzt. Der örtliche Feuerwehrchef war als erstes am Unfallort. Gegenüber US-Medien erklärte er später, er habe zunächst angenommen, es handele sich um einen Touristen.

Erst am Unfallort erkannte er, dass es sich um Alan Phillips handelte, einen Kollegen aus der Mine. Phillips hatte eine Platzwunde im Gesicht und blaue Flecken. Seine Kleidung war steifgefroren. Er gab zu, die Route über den Pass trotz des Wetters gewählt zu haben, weil er etwas getrunken hatte und mit dem Weg über den Pass einer möglichen Polizeikontrolle entgehen wollte.

39 Jahre später folgt die Verhaftung

Philips hatte in dieser Nacht gleich mehrfach Glück: Sein Truck blieb so im Schnee stecken, dass die Scheinwerfer direkt in den Himmel strahlten. Noch glücklicher konnte er sein, dass die Lichtzeichen im vorbeifliegenden United-Airlines-Flugzeug erkannt wurden – und damit seine Rettung einleiteten. Mit dieser Version der Geschichte lebte er fast 40 Jahre.

Bis zum 24. Februar 2021. Etwas über 39 Jahre nach dieser Nacht wird Alan Phillips verhaftet, wegen des Mordes an zwei jungen Frauen in der Nacht am 6. Januar 1982. Bei den Opfern handelt es sich um die damals 29-jährige Bobbie Jo Oberholtzer und die 21-jährige Annette Kay Schnee. Beide Frauen wollten nach Hause trampen.

«Orangensocken-Morde»

Die Leiche von Oberholtzer wurde einen Tag nach der Tat gefunden. Neben ihr lag eine orangefarbene Socke, die die Polizei nicht zuordnen konnte. Die sterblichen Überreste im Schnee wurden erst im Juli entdeckt – knapp ein halbes Jahr nach der Tat. Zu diesem Zeitpunkt fehlte der Leiche die orangefarbene Socke.

1982 war ein DNA-Abgleich noch nicht möglich. Erst 2001 rollte das Cold-Case-Team der Polizei beide Mordfälle erneut auf. Die Analyse ergab eine Übereinstimmung: Alan Lee Phillips. Im September 2022 wurde er wegen zweifachen Mordes ersten Grades zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt.

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