Airbus A350 in Farben von United über New York: Wird wohl keine Realität.

Streit mit Rolls-RoyceUnited Airlines plant nicht mehr mit Airbus A350

Was über Jahre als Option für einen günstigen Moment galt, ist nun sehr unwahrscheinlich geworden: United Airlines hat den Airbus A350 faktisch aus ihrer Flottenplanung gestrichen. Schuld daran ist aber nicht der Flugzeugbauer selbst.

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Lange war der Airbus A350 bei United Airlines ein Phantom in der Flottenplanung: bestellt, verschoben, nie konkret terminiert. Nun ist er faktisch aus den Zukunftsplänen verschwunden. In ihrem aktuellen Geschäftsbericht führt die Fluggesellschaft die 45 bestellten Airbus A350 zwar weiterhin als vertraglich gebunden auf. Sie rechnet aber nicht mehr mit einer Auslieferung.

Der Unterschied ist entscheidend. In früheren Berichten tauchten die Airbus A350 noch in der Kategorie «erwartete Auslieferungen» auf, wenn auch stets weit in die Zukunft geschoben. Jetzt bleibt dieses Feld leer. Damit signalisiert United Airlines Investoren und Aufsichtsbehörden: Mit dem A350 wird nicht mehr geplant. Weder die Fluglinie noch Airbus äußerten sich gegenüber den Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters, die zuerst darüber berichteten, zum Thema.

Pläne mit A350 hängen mit Rolls-Royce-Problemen zusammen

Parallel dazu legt United Airlines einen Konflikt mit Rolls-Royce offen. Es geht um ein 2010 abgeschlossenes Triebwerks- und Wartungsabkommen für Großraumflugzeuge. 2017 zahlte die Fluglinie dem Motorenbauer eine sogenannte Verpflichtungszahlung von 175 Millionen Dollar. Ende 2025 forderte sie nach eigenen Angaben die Rückzahlung – sie wirft Rolls-Royce Vertragsbruch vor. Die Briten wiesen die Forderung zurück und kündigten ihrerseits die Vereinbarungen. Beide Seiten machen gegenseitig Schadenersatzansprüche geltend.

Brisant ist das vor allem deshalb, weil der Airbus A350 ausschließlich mit Trent-XWB-Triebwerken von Rolls-Royce ausgerüstet wird. United Airlines hätte für kein anderes Modell in ihrer Flotte ein Rolls-Royce-Produkt benötigt.

United Airlines wollte bis 2030 über A350 entscheiden

Bestellt hatte United den Airbus A350 erstmals 2009. In den folgenden Jahren wurde die Order mehrfach angepasst: Variantenwechsel vom Airbus A350-1000, auf den Airbus A350-900, Aufstockung, erneute Umstellung. Aktuell stehen 45 Airbus A350-900 in den Büchern.

Noch im vergangenen Jahr hatte Konzernchef Scott Kirby erklärt, man werde gegen Ende des Jahrzehnts entscheiden, ob man die Bestellung tatsächlich festzurre, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Ausflottungen der Boeing 767. Nun ist diese Perspektive zumindest in der offiziellen Planung verschwunden.

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