Paga ist eine Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnenden im Norden Ghanas. Sie liegt direkt an der Grenze zu Burkina Faso. International bekannt ist sie für ihre heiligen Krokodilteiche. Die dort lebenden Tiere gelten seit Jahrhunderten als zahm und leben in friedlicher Koexistenz mit den Menschen. Besuchende können die Krokodile sogar streicheln.
Ende Dezember haben aber nicht die Krokodilteiche die Stadt in die Schlagzeilen gebracht, sondern ein Konflikt zwischen den Einheimischen um eine Beechcraft King Air 200. Das Flugzeug mit der Kennung 76-0171 gehört mutmaßlich der US Air Force. Das Flugzeug soll seit dem 28. Dezember täglich mehrmals vom Flugplatz der Stadt zu geheimnisvollen Aktivitäten gestartet sein, berichtet der Journalist Alhaji Gbangbanku.
Wütender Mob verhinderte den Start der Maschine
Die Besatzung soll jeden Kontakt zu den Einheimischen gemieden haben, die sich massiv über den Lärm beschwerten. Als die Beechcraft King Air 200 am 31. Dezember landete, eskalierte die Situation: Wütende Anwohner, vor allem Jugendliche und lokale Polizisten, blockierten die Piste und verhinderten so den Weiterflug. Die Besatzung weigerte sich, das Flugzeug zu verlassen.
Laut lokalen Medien sorgte die Polizei später dafür, dass das Flugzeug wieder starten durfte. Neben dem Lärm sollen die Einheimischen auch einen Zusammenhang zwischen dem Flugzeug und den Militärschlägen der USA gegen Nigeria gesehen haben. Es wurde spekuliert, dass die Beechcraft King Air 200 Aufklärungsflüge gegen Nigeria von Paga aus unternommen hat.
US-Militär nutzt King Air 200 für Transport und Aufklärung
Die Kennung 60171 weist auf eine Beechcraft C-12 C Huron hin, eine militärische Variante der King Air 200, die von den US-Streitkräften als leichtes Transport- und Aufklärungsflugzeug genutzt wird. Die C-12 C ist speziell für taktische Lufttransportmissionen, Luftbildaufklärung und Verbindungsflüge konzipiert und wird häufig in Regionen mit begrenzter Infrastruktur eingesetzt, was zur unbefestigten Piste in Paga passen würde.
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