Die Nacht vom 13. auf den 14. Mai war mondlos und dunkel im US-Bundesstaat New Mexico. In der Kleinstadt Ruidoso wartete ein Patient auf einen Ambulanzflug nach Albuquerque. Den Auftrag übernahm gegen 23 Uhr eine Crew aus zwei Piloten und zwei Krankenschwestern aus Roswell. Rund 50 Minuten später hoben sie mit ihrer Beechcraft C90 King Air mit dem Kennzeichen N249CP in Roswell ab, um den Patienten vom rund 130 Kilometer entfernten Ruidoso-Sierra Blanca Regional Airport abzuholen und nach Albuquerque zu bringen.
GPS gestört - King-Air-Crew wollte mit Sichtanflug landen
Die amerikanische Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat jetzt einen ersten Zwischenbericht zu dem Unfall veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das US-Militär in der Nacht GPS-Jamming betrieb, also gezielt Satellitennavigationssignale blockierte oder störte. Das Militär hatte die Luftfahrtbehörde FAA zuvor auch darüber informiert. Die Behörde wiederum warnte anschließend per Notam, einer kurzfristigen Mitteilung an Cockpitcrews, vor möglichen Ausfällen des GPS über weiten Teilen des Bundesstaates New Mexico.
Kurz nach dem Start verlor die Crew der King Air ihre GPS-Navigationsfähigkeit und meldete dies der Flugsicherung in Albuquerque. Der Lotse kontaktierte daraufhin das Militär und bat darum, kurzzeitig auf das Jamming zu verzichten. Die Piloten teilten dem Fluglotsen kurze Zeit später mit, dass sie Ruidoso in Sicht hätten und einen Sichtanflug planten. Im gleichen Zeitraum meldeten auch drei weitere Flugzeuge dem Lotsen den Ausfall ihres GPS-Signals.
Letzter Funkkontakt mit Beechcraft King Air
Der Fluglotse erteilte der King Air die Freigabe für einen Sichtanflug. Es war der letzte Funkkontakt mit dem Ambulanzflugzeug. Zur Ursache des tödlichen Absturzes werden die Ermittler sich erst im Abschlussbericht äußern, der 2027 fertiggestellt werden soll.
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