Blick auf die Piste am Sonderlandeplatz Offenburg: Die Zukunft des Platzes ist unklar.

Sonderlandeplatz OffenburgUmweltschützer und Fliegerverein kämpfen gemeinsam für den Erhalt ihres Flugplatzes

Am 8. März entscheidet Offenburg über das Schicksal eines der ältesten Flugplätze Deutschlands. Warum Flughafenbefürworter und Umweltschützer plötzlich gegen ein Gewerbegebiet an einem Strang ziehen.

Top-Jobs

aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Baden-Württemberg wählt am 8. März einen neuen Landtag und damit entscheidet sich, wer die Nachfolge für den langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann antreten wird. Gleichzeitig ist der 8. März auch der Termin, an dem die Offenburgerinnen und Offenburger aufgerufen sind, über die Zukunft ihres Flugplatzes zu entscheiden.

Die ersten Flugübungen fanden bereits 1911 statt. Ein regelmäßiger Flugverkehr entwickelte sich ab den 1930er-Jahren. 1936 erhielt der Platz schließlich die offizielle Zulassung als Landeplatz – allerdings nicht für lange: Bereits 1941 wurde er unbrauchbar gemacht. Erst ab den 1950er-Jahren begann sich der Platz langsam wieder zu entwickeln. In den 1970er-Jahren wurde dann eine 910 Meter lange asphaltierte Start- und Landebahn gebaut.

Vom Verkehrslandeplatz zum Sonderlandeplatz

Mitte der 90er-Jahre wurde der Platz von einem Verkehrslandeplatz zu einem Sonderlandeplatz zurückgestuft. Der Flugplatz gehört der Stadt Offenburg. Betrieben wird der Platz von der Fliegergruppe Offenburg e. V.. Zugelassen ist der Platz EDTO für Motorflugzeuge, Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Trikes.

Doch nun droht einem der ältesten Flugfelder Deutschlands das Aus: Die Stadt Offenburg und Teile der Politik planen, das rund 25 Hektar große Areal als Gewerbegebiet auszuschreiben. Ziel ist es, vor allem ortsansässigen Unternehmen Expansionsmöglichkeiten zu bieten und Abwanderung zu verhindern.

Ungewöhnliche Widerstandskoalition

Laut der Stadt fehlt es in Offenburg an Gewerbeflächen. Die Stadt möchte an der Stelle keine Logistikunternehmen ansiedeln, sondern die Flächen lokalen produzierenden Unternehmen zur Verfügung stellen, teilt die Stadt gegenüber aeroTELEGRAPH mit.

Doch es regt sich massiver Widerstand. Dabei stehen zwei Gruppen Seite an Seite, die sonst eher nicht zusammenarbeiten: Flughafenbefürworter und Umweltschützer. Sowohl der NABU als auch der BUND warnen vor den irreparablen Folgen einer Bebauung des Offenburger Flugplatzareals. Die seit Jahrhunderten unberührten Wiesen gelten als ökologisch wertvoller Lebensraum.

Wachstumspotenzial für Lufttaxi-Infrastruktur

Die Bürgerinitiative «Pro Flugplatz Offenburg» pocht darauf, das Gelände als wichtigen Rückzugsraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und gleichzeitig als Standort für Hagelflieger und Segelflugzeuge zu sichern.

Das Areal bietet aus ihrer Sicht ideale Voraussetzungen für zukunftsweisende Branchen wie Avionik, Drohnen-Start-ups, Simulationszentren oder Lufttaxi-Infrastruktur. Diese Sektoren verfügen über erhebliches Wachstumspotenzial und würden synergetisch zur bestehenden Standortstruktur passen.

Rathaus will Verein bei Suche nach Alternativen helfen

Am 8. März steht für die Offenburger Bürger:innen die entscheidende Frage auf dem Wahlzettel: «Sind Sie für die Umwidmung des Sonderlandeplatzes in ein Gewerbegebiet auf Offenburger Gemarkung?» Falls die Mehrheit zustimmt, hat das Rathaus bereits signalisiert, die Fliegergruppe aktiv bei der Suche nach einem alternativen Standort zu unterstützen.

Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat.Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Luftaufnahme Flughafen Wyk: Der Flugplatz soll erhalten werden.

Flugplatzsterben in Deutschland: Wenn Wohnmobilparks oder Photovoltaikanlagen zur Gefahr werden

Flugplatz Kägiswil aus der Luft: Die Schweizer Luftrettung will an den Standort.

Schweizer Luftrettung Rega verdrängt Privatluftfahrt von Flugplatz

Beechcraft Bonanza: Welcher Flugplatz bietet was? Da will Airfield Directory helfen.

Von der Pandemie-Idee zum Pilotenportal

Grünes Licht aus einem Tower: Lichtsignale können den Funk ersetzen.

Tower half Pilot in Bern mit der Lichtpistole bei der Landung

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack