in den USAPrivatpilotinnen und -piloten starten Luftbrücke für Hurrikan-Opfer

Nach den Zerstörungen durch die Tropenstürme Helen und Milton haben auch Privatpiltinnen und Piloten geholfen und private Luftbrücken ins Leben gerufen.

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Der Südosten der USA wurde innerhalb weniger Wochen von zwei starken Wirbelstürmen getroffen. Hurrikan Helen zog am 22. September über Florida und Teile von South Carolina hinweg und richtete erhebliche Schäden an. Nur zehn Tage später folgte mit Hurrikan Milton ein Sturm, dessen Zerstörungskraft noch schwerwiegender war.

Die Schäden sind zwar geringer als zunächst befürchtet, aber dennoch erheblich. Allein Milton soll Versicherer und Rückversicherer nach Expertenschätzungen bis zu 60 Milliarden Dollar kosten. Viele Straßen, Brücken und Gebäude wurden zerstört, und die Stromversorgung war teilweise unterbrochen. Zahlreiche Gebiete waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten.

In Kleinflugzeugen in schwer zugängliche Gebiete

Hilfe kam bei Helen und Milton für zahlreiche Menschen in den betreffenden Gebieten aus der Luft. Und das nicht nur von offizieller Stelle, sondern auch vielfach von privaten Pilotinnen und Piloten, die mit ihren Kleinflugzeugen Hilfsgüter in schwer zugängliche Gebiete in North Carolina, Florida und anderen betroffenen Regionen transportierten.

Einen Tag nachdem Hurrikan Helen abgezogen war, verwandelten die rund 7200-Mitglieder des Carolina Aviators Network ihre Social-Media-Plattform in eine Anlaufstelle für freiwillige Helfende. «Hunderte waren bereit, ihre Zeit und Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, um zu helfen», sagt Joel Amick, Präsident der Organisation, die eigentlich Fly-Ins und Fly-Outs organisiert, dem Magazin Flying.

Umschlagzeit von 15 Minuten

Dreh- und Angelpunkt war der Statesville Regional Airport nördlich von Charlotte in North Carolina. Spenden erreichten die Helfer auf dem Landweg, aber auch aus der Luft. Freier Hangarraum wurde zum Sortieren und Wiegen genutzt. Teilweise brachten Privatpiloten Hilfsgüter in ihren Flugzeugen aus New Jersey nach North Carolina.

Um die Einsätze möglichst effizient zu gestalten, wurden die Flugzeuge innerhalb von 15 Minuten entladen, sodass die Hilfslieferungen ohne große Verzögerungen weitergeführt werden konnten. «Am fünften Tag waren wir wie eine gut geölte Maschine», erklärte die Pilotin Erica Zangwill, die den Einsatz koordinierte. Eine Schreibtafel diente dabei als zentrale Übersicht, auf dem notiert wurde, welche Hilfsgüter an den einzelnen, belieferten Flugplätzen benötigt wurden.

680 Hilfsflüge in zwei Wochen

Das Carolina Aviators Network hielt die Luftbrücke in die vom Sturm betroffenen Gebiete über zwei Wochen hinweg aufrecht und führte dabei über 680 Flüge durch. Insgesamt wurden rund 45 Tonnen Versorgungsgüter in entlegene und schwer zugängliche Gebiete geflogen.

Für die Einsätze wurden verschiedene Flugzeugmodelle genutzt, darunter Pilatus PC-12, Piper PA-24 und eine Beechraft King Air, aber auch Schulflugzeuge und eine Cessna Citation. Für die Einsätze in die Berge mussten die Pilotinnen und Piloten mindestens 300 Flugstunden und Kenntnisse im Gebirgsflug mitbringen.

Hilfe auch aus Jersey

Aber nicht nur in North Carolina haben Privatpilotinnen und Piloten Hilfe geleistet. Nach Hurrikan Milton haben auch die Mitglieder des Jersey Aero Club in Lakewood nach einem ähnlichen Prinzip gearbeitet. Auch deren kleiner Flugplatz quoll vor Spenden über.

Einer der Piloten war David Williamson. Er sagte gegenüber dem TV-Sender NJ Spotlight News: «Dank der allgemeinen Luftfahrt hatte ich die Möglichkeit, Menschen in schwer zugänglichen Gebieten zu helfen, die anders kaum erreichbar gewesen wären – besonders dort, wo gesperrte Straßen den Zugang behinderten».

Von Sauerstoff bis Windeln

Laut Williamson bieten gerade kleine Flugzeuge die Flexibilität, Orte anzufliegen, an denen ein großes Verkehrsflugzeug wie die Boeing 737 nie landen könnte – seine Piper hingegen problemlos. «Wir begannen damit, medizinischen Sauerstoff in das Gebiet zu transportieren, um Menschen zu versorgen, die darauf angewiesen waren. Doch schnell erweiterte sich unser Einsatz, und wir lieferten auch Nahrungsmittel und Babyprodukte in die betroffenen Regionen» erklärte Pilot Cody Corburn.

Der freiwillige Einsatz hat sich dabei rasch professionalisiert: Im New Jersey Aviation Club wurden Flugzeuge beladen, Listen zur Priorisierung erstellt und nach Gewicht sortiert, um die Hilfsgüter an die jeweiligen Flughäfen optimal zu verteilen. So entstand, ähnlich wie in North Carolina, eine kleine Luftbrücke in die vom Sturm betroffenen Gebiete. Das sind nur zwei Gruppen von unzähligen Initiativen die Menschen in Not geholfen haben.

Unterstützung  für Helfende

Auch die Helfenden erhalten nun Unterstützung. Wie der Verband der Allgemeinen Luftfahrt Aopa mitteilt, arbeitet die private Wohltätigkeitsorganisation Sedona an einem Programm, das helfende Privatpiloten bei ihren Treibstoffkosten zumindest entlastet. Im Gespräch sind einmalig 150 Dollar pro Pilotin oder Pilot.

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