Frachtraum einer Boeing 787: Die Beladung hat Auswirkungen auf den Schwerpunkt.

Fragen Sie den PilotenWird ein Flugzeug eigentlich gewogen?

«Stimmt es, dass das Flugzeug vor dem Start gewogen wird - ich musste einmal den Platz wechseln, weil die Gewichtsverteilung nicht stimmte?», fragt aeroTELEGRAPH-Leser Josef Stutz. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Das Flugzeug wird nicht im eigentlichen Sinne gewogen. Es ist aber sehr wohl bekannt, wieviel jedes Flugzeug leer wiegt. Weiter ist der Fluggesellschaft bekannt, welche und wieviel Betriebsstoffe an Bord sind : Kraftstoff, Hydrauliköle, Wasser für Toilette und Kaffee und so weiter. Dazu kommt die eigentliche Nutzlast: Passagiere, Gepäck, Catering und Fracht. Von Gepäck, Essen und Getränke und Fracht sind die Gewichte vor dem Flug bekannt.

Die Passagiere werden dagegen statistisch mit Pauschalwerten angenommen. Mit all diesen Werten - also Gewichten und Ladepositionen im Flugzeug - kann neben den maximalen Gewichtsbeschränkungen auch der Schwerpunkt des Flugzeuges errechnet werden. Und wenn dieser Schwerpunkt nicht im vom Flugzeughersteller vorgegeben Korridor zum Auftriebspunkt liegt, wäre es unter ganz bestimmten Bedingungen nicht möglich das Flugzeug im Randbereich seiner aerodynamischen Zulassungslimits vollständig zu kontrollieren.

Der Schwerpunkt ist wichtig

Deshalb wird auch die Schwerpunktlage pingelig genau berechnet und durchgesetzt. Wenn Sie also nur den Sitzplatz wechseln mussten, dann war das Problem wahrscheinlich nicht das maximale Startgewicht, sondern eher dass sich der Schwerpunkt des Fliegers verschoben hat. Es könnte kurzfristig noch eine Palette Fracht eingeladen worden sein, die den Schwerpunkt des Flieger nach hinter zieht, deshalb werden Passagiere weiter vorgesetzt um das zu kompensieren.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht. Es gelten die AGB von aeroTELEGRAPH.

Mehr zum Thema

Nacht im Cockpit: Statt nur aus dem Fenster zu schauen, studieren viele Dienstvorschriften.

Schauen Piloten im Cockpit Serien oder Filme?

Betankung eines Flugzeuges: Nachhaltiger Treibstoff wird beigemischt.

Warum wird heute auch beim Einsteigen betankt?

Triebwerk eines Airbus A220: 50 Prozent Leistungsreserven.

Was, wenn beim Start ein Triebwerk ausfällt?

Zwei Piloten im Cockpit: Powernaps sind in Europa unter Auflagen erlaubt. In den USA nicht.

Pilotinnen und Piloten dürfen in Europa bis zu 30 Minuten schlafen – woher kommt die Zahl?

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier