Die Boeing 757 von DHL: Landete mit geöffneter Frachtklappe.

Boeing 757 von DHLFrachttür-Vorfall von Leipzig hat Parallelen in Russland

In Leipzig musste eine Boeing 757 von DHL nach dem Start umdrehen, da sich die Frachttür öffnete. In Russland ereignete sich vor einigen Jahren ein ähnlicher Vorfall.

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Vergangenen Samstag (13. Februar) startete eine Boeing 757-200 PCF (Precision Conversions Freighter) von DHL um 05:31 Uhr Ortszeit am Flughafen Leipzig-Halle. Nach dem Start öffnete sich die vordere Frachtluke und das Flugzeug musste umgehend landen.

Vor rund sechs Jahren ereignete sich ein Vorfall, der fast identisch ablief. Eine Boeing 757-200 PCF der russischen Yakutia Airlines hatte nach dem Abflug in Magadan Probleme mit einer offenen Frachtluke und Druckabfall.

Umbau zum Frachter

Der Flugzeugtyp und der Zeitpunkt, an dem die Frachtklappe sich öffnete, unmittelbar nach dem Start, sind nicht die einzigen Gemeinsamkeiten, die die beiden Vorfälle verbinden. Beide Boeing 757 wurden als Passagiermaschinen ausgeliefert und in den USA zum Frachter umgebaut.

Bei den Umbauarbeiten wurde das Innere der Flugzeuge komplett überarbeitet, auch am Flugzeugrumpf gab es einige Veränderungen. Die Frachtklappe im vorderen Bereich der Maschine wurde ebenfalls eingebaut. Sie öffnete sich bei beiden Flugzeugen.

Ähnliches Wetter

An den Tagen, an welchen sich die beiden Vorfälle ereigneten, herrschten extreme Wetterbedingungen. Am Flughafen Leipzig-Halle erreichte man ein Jahrestiefstwert von -16 Grad Celsius in der Nacht vom 13. Februar. Am Tag des Vorfalls in Magadan im Jahr 2014 wurden bis zu -25 Grad Celsius gemessen.

Die Maschine von DHL landete am Vorabend aus München kommend und stand rund sieben Stunden am Boden, bevor sie nach Frankfurt fliegen sollte. Das Flugzeug von Yakutia Airlines verbrachte sieben Stunden in der Kälte, während die Frachtluke beim Entladen offenstand.

Vereisung an der Luke

Wenige Tage nach dem Vorfall der Boeing 757 von DHL gibt es noch keine offizielle Erklärung für die Ursache der geöffneten Luke. Das Flugzeug steht noch immer in Leipzig und wurde bereits von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung inspiziert.

Als Grund des Vorfalls bei Yakutia Airlines erwiesen sich damals im Zuge der Untersuchung die Kälte und die Wetterbedingungen. Nach der Landung stellte man fest, dass die Verriegelung der Luke vereist war und die Verriegelungsstifte nicht einrasteten. Auf den Sensoren der Türe wurde ebenfalls Schnee und Eis entdeckt.

Öffnung und Druckabfall

Könnte sich ein ähnliches Szenario bei der DHL-Maschine abgespielt haben? Wenn die Verriegelung der Frachtluke nicht greift, ist diese ungesichert. Wenn die Maschine nach dem Start an Höhe gewinnt, steigt die Differenz des Luftdrucks zwischen Frachtraum und Außenseite des Flugzeugs.

Bei einer bestimmten Höhe ist der Druck in Flieger so hoch, dass die Luft aus der Kabine nach außen strömt. Durch den Druck wird die unverriegelte Luke angehoben und geöffnet. Dieses Szenario wurde allerdings noch nicht von den Behörden bestätigt.

Mehrere Vorfälle mit Frachttüren

In der Geschichte der Luftfahrt gab es immer wieder Unfälle, die aufgrund von nicht verriegelten Frachtluken ein tragisches Ende nahmen. Eine DC-10 von Turkish Airlines stürzte 1974 nahe Paris ab, da sich nach dem Start eine Frachttür öffnete, was zu einem Druckabfall führte. Alle 346 Insassen starben. Auf einem United-Airlines-Flug 1989 wurde die Frachtluke einer Boeing 747 aufgesprengt und riss ein Teil der Rumpfverkleidung und des Kabinenbodens mit sich. Der Vorfall kostete neun Menschenleben.

In der Regel gelten Flugzeugtüren in der Luft als nicht zu öffnen, da sie mit einem Mechanismus durch den Luftdruck zugedrückt werden. Umso erstaunlicher ist es, dass am Vortag des Vorfalls der russischen Boeing 757 schon ein ähnliches Ereignis bei Yakutia Airlines stattfand.

Druckabfall am Vortag

Die Crew einer DHC-8 der Airline hatte nach dem Start am 5. Dezember 2014 eine Warnmeldung für eine offene Türe erhalten. Dieser folgte ein Druckabfall und die Maschine war gezwungen, umgehend zu landen. Da es sich um einen technischen Flug handelte, waren keine Passagiere an Board.

Seit dem Vorfall ist die DHL-Maschine mit dem Kennzeichen G-DHKZ nicht mehr abgehoben und wird in Leipzig repariert. Die Boeing 757 der russischen Airline sowie die DHC-8 konnten ihren Betrieb wieder aufnehmen und fliegen noch immer.

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