Flugzeug von Lufthansa Cargo und ein Paket: Schwierigkeiten durch neue Regeln der USA.

Sendungen eingestelltWie die neuen Postregeln der USA Lufthansa Cargo und Co belasten

Der Postverkehr in die USA ist aufgrund einer neuen Zollregelung eingebrochen. Die Frachtsparten von Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France und KLM gehören zu den Leidtragenden. Expressdienstleister haben es etwas einfacher.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Er existiert seit 1874 und gehört heute zu den Vereinten Nationen: der Weltpostverein oder Union postale universelle, kurz UPU. Die Organisation mit Sitz in der Schweiz regelt die internationale Zusammenarbeit der Postunternehmen und -behörden sowie die Rahmenbedingungen des grenzüberschreitenden Postverkehrs. Vergangene Woche äußerte sie sich sehr besorgt über die USA.

Denn Präsident Donald Trump hatte per Durchführungsverordnung (Executive Order) zum 29. August Zollausnahmen für Pakete aus dem Ausland mit einem Wert von unter 800 Dollar (rund 680 Euro) abgeschafft. Ausgenommen sind nur private Pakete, die als Geschenk deklariert sind und deren Inhalt höchstens 100 Dollar (rund 85 Euro) wert ist.

Postverkehr in die USA um mehr als 80 Prozent eingebrochen

Die UPU teilte mit, am 29. August sei der Verkehr aus ihren 192 Mitgliedsländern in die Vereinigten Staaten im Vergleich zum 22. August um 81 Prozent zurückgegangen. 88 Postbetreiber hätten ihre Postdienste in die USA vorerst teilweise oder vollständig eingestellt.

«Die neuen Vorschriften übertragen erstmals die Last der Zollerhebung und -abführung den Transportunternehmen oder den vom US-Zoll- und Grenzschutz zugelassenen qualifizierten Parteien», erklärte der Weltpostverein. «Transportunternehmen wie Fluggesellschaften signalisierten, dass sie diese Verantwortung nicht tragen wollten oder konnten, und die Postbetreiber hatten noch keine Verbindung zur Liste der qualifizierten Parteien des Zoll- und Grenzschutzes hergestellt, was zu erheblichen Betriebsstörungen führte.» Seit dem 5. September habe man aber mit der Einführung einer Lösung zur Berechnung und Bezahlung der Zölle begonnen, die Postbetreibern die Wiederaufnahme der Zustellung in die USA erleichtere.

Lufthansa Cargo: Keine Luftpostsendungen mehr in die USA

Doch wie ist die Lage aktuell bei den großen Frachtfluggesellschaften? aeroTELEGRAPH fragte am 8. September nach. Eine Sprecherin von Lufthansa Cargo erklärte: «Seit dem 25. August 2025 können keine Luftpostsendungen mehr in die Vereinigten Staaten angenommen werden, da Luftfrachtunternehmen derzeit keinen Zugriff auf die erforderlichen Artikel- und Wertdaten haben.» Man arbeite mit Postpartnern, Branchenverbänden und den zuständigen US-Behörden zusammen, um eine tragfähige Lösung für die Wiederaufnahme der Luftpostverkehre in die USA zu entwickeln, so die Sprecherin der Lufthansa-Tochter.

Air France KLM Martinair Cargo, die im französisch-niederländischen Luftfahrtkonzern für die Fracht zuständig ist, teilte mit, man sei im großen Stil beeinträchtigt. «Allein der US-Postverkehr macht etwa 20 Prozent der Tonnage dieses Produkts aus», so ein Sprecher. Durch die aktuellen Störungen erwarte man einen starken Volumenrückgang. «Inzwischen konnten wir einen Teil unserer Frachtkapazität erfolgreich auf andere Produkte umverteilen und so die finanziellen Auswirkungen der Störung im Postsegment abmildern.»

Wie Air France-KLM jetzt gegensteuern will

Man arbeite mit den wichtigsten Kunden zusammen, um einen schnellen und koordinierten Neustart zu gewährleisten. «Unsere unmittelbare Priorität ist die Wiederaufnahme der zollbefreiten Sendungen», so der Sprecher, also Briefe und Geschenke unter 100 Dollar. «Dadurch könnten bis zu 35 Prozent unseres US-Postaufkommens erhalten bleiben.» Zudem verhandle man über Vertragsanpassungen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen und so schnell wie möglich wieder den vollen Postverkehr in die USA aufnehmen zu können.

DHL transportiert noch solche Geschenk-Pakete mit einem Wert bis zu 100 Dollar in die USA. Andere Pakete können zudem als teurere Expresssendungen verschickt werden. «Da die in der Executive Order beschriebenen Prozessänderungen in erster Linie den Versand von Postsendungen betreffen, stehen DHL-Kunden weiterhin die Produkte und Dienstleistungen von DHL Express als Versandalternative zur Verfügung», erklärt ein DHL-Sprecher.

Expressdienstleister liefern, aber erheben Gebühren

So erklärt auch Fedex, man transportiere weiterhin Sendungen in die Vereinigten Staaten, denn «als Expressdienstleister sind unsere internationalen Express-Angebote nicht von den Entscheidungen der Postbetreiber betroffen». UPS teilt mit, man stelle weiterhin Pakete in die USA zu, die Zollabfertigung erfolge wie gewohnt. «Alle erforderlichen elektronischen Zolldaten sind integraler Bestandteil unseres Versandprozesses», so der Konzern. «Die Zollabfertigung ist bei UPS-Expressprodukten bereits inkludiert.» Allerdings erhebe UPS seit dem 8. September eine Gebühr von 2,50 Dollar pro Sendung, die in die USA geht. Auch Fedex hatte zuvor schon eine entsprechende Bearbeitungsgebühr von 2,50 Dollar eingeführt.

Denn auch wenn Fedex, UPS und DHL ihre Expresssendungen weiterhin ausliefern können, ist der administrative Aufwand auch für sie gestiegen. Konkrete Zahlen zu Liefermengen und möglichen finanziellen Rückgängen wollte keines der Unternehmen nennen.

Mehr zum Thema

Lockheed Martin F-3: Die USA legen nach.

Mindestens 850 F-35: Lockheed Martin erhält größten Auftrag der Firmengeschichte

ticker-lot-polish-airlines

Lot führt TSA Precheck ein

ticker-usa

US-Senat beschließt neue Regeln für psychische Gesundheit von Pilotinnen und Piloten

Mit der Sonderflugnummer LH9886 ging es nach Arizona: Die D-ABYG hat Deutschland verlassen.

Lufthansas zweite Boeing 747-8 für die U.S. Air Force hat Deutschland verlassen

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack