Immer noch sitzen Tausende Menschen in Nahost fest. Europäische Länder veranstalten zwar Rückholaktionen, doch noch konnte man nicht alle Gestrandeten heimfliegen. Gerade Qatar Airways kann aktuell nur sehr eingeschränkt fliegen. Die Golfairline hält den regulären Flugbetrieb weiterhin vorübergehend ausgesetzt. Grund dafür ist die Sperrung des Luftraums über Katar, wodurch nur noch wenige Flüge möglich sind. Nach Angaben von Qatar Airways hat die Luftfahrtbehörde Qatar Civil Aviation Authority derzeit nur einzelne Flugkorridore freigegeben. Deshalb kann die Airline momentan nur eine begrenzte Zahl von Verbindungen anbieten. Dennoch hat es eine besondere Gruppe Reisender mit der Airline nun zurück geschafft.
147 Pferde aus Europa befanden sich in Doha für eine Etappe der Reitserie Longines Global Champions Tour, wie die Zeitung Libre Eco berichtet. Nachdem das Turnier wegen der Sicherheitslage abgesagt worden war, organisierten Behörden und Veranstalter kurzfristig den Rücktransport. Zwei Frachtmaschinen von Qatar Airways brachten die Tiere nach Europa. Ziel war der Flughafen Liège, der über spezialisierte Einrichtungen für Pferdetransporte verfügt.
Zwischenzeitlich erlaubte Doha Flüge von Qatar Airways
Innerhalb von rund anderthalb Tagen koordinierten Behörden, Airline und Logistikunternehmen den Einsatz. Die Organisation der Transporte übernahm das Unternehmen European Horse Services, das auch den Weitertransport zu den jeweiligen Ställen vorbereitete. Die Tiere waren zunächst auf dem Landweg nach Riad gebracht worden und von dort mit Flugzeugen nach Belgien.
Die Pferde selbst hatten sich ganz in der Nähe eines kritischen Punkts im Konflikt befunden. Sie hielten sich im Reitzentrum Al Shaqab in Doha auf, nur etwa 30 Kilometer von der US-Luftwaffenbasis Al Udeid entfernt, die zuletzt Ziel iranischer Drohnenangriffe war.
Pferdetransport muss minutiös geplant werden
Einfach war das nicht. Geschlossene Lufträume, zusätzliche Genehmigungen und die Organisation während des Ramadan erschwerten die Planung. Dennoch konnten die meisten Tiere nach ihrer Ankunft in Belgien noch am selben Tag weiterreisen. Und neben der durch den Krieg erschwerten Planung ist der Transport von Pferden ohnehin logistisch herausfordernd, wie Emirates einst anlässlich der Olympischen Spiele in Rio verriet.
Die Transporte müssen minutiös geplant werden. Schon das «Check-in» läuft anders als bei Passagieren. Die Tiere müssen zu exakt festgelegten Zeiten am Flughafen eintreffen, damit die Beladung der Flugzeuge genau nach Plan erfolgen kann. Jedes Pferd besitzt einen eigenen Pass. Für internationale Transporte benötigen die Tiere zusätzlich ein tierärztliches Gesundheitszeugnis und werden mit einem Mikrochip identifiziert.
Betreuer müssen mitreisen
Auch an Bord gelten besondere Regeln. Mit den Pferden reisen speziell geschulte Betreuer mit, die sich um die Tiere kümmern. Für Notfälle befinden sich zudem Tierärzte an Bord. Gefüttert wird ebenfalls nach Plan: Vor dem Flug bekommen die Pferde meist einen Brei aus Kleie. Während des Flugs gibt es Heu und rund 40 Liter Wasser. Manche Tiere trinken lieber Apfelschorle. Dann wird dem Wasser ein Schuss Apfelsaft beigemischt. Und noch eine Besonderheit: Hengste stehen im Flugzeug immer ganz vorne, damit sie nicht von Stuten im hinteren Teil der Kabine abgelenkt werden.
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