Noch bevor das futuristische Flugzeug erstmals abhebt, nimmt Jet Zero wichtige Änderungen am Design vor. Das amerikanische Start-up hat mehrere zentrale Elemente seines Blended-Wing-Body-Demonstrators überarbeitet, in den unter anderem United Airlines investiert hat. Betroffen sind sowohl das Leitwerk als auch die Anordnung der Triebwerke. Die Anpassungen sollen die Flugeigenschaften verbessern und den Weg für den geplanten Erstflug Ende 2027 ebnen, berichtet das Magazin Aviation Week.
Besonders auffällig ist der Verzicht auf die bisher vorgesehenen Steuerflächen an den Flügelspitzen. In früheren Darstellungen des Demonstrators und des späteren Passagierflugzeugs Z4 waren dort noch Ruder vorgesehen. Nun setzt Jet Zero stattdessen auf ein V-Leitwerk und Winglets.
Triebwerke flogen einst mit Boeing 757 von Delta
Nach Angaben des Unternehmens bietet die neue Konfiguration mehrere Vorteile. So soll der Lärm der Triebwerke besser abgeschirmt werden. Gleichzeitig sitzen die Seitenruder weiter hinten und können das Flugzeug dadurch effizienter stabilisieren. Gerade bei einem Blended-Wing-Body-Flugzeug, das deutlich kürzer ausfällt als ein klassischer Langstreckenjet vergleichbarer Kapazität, spielt dies eine wichtige Rolle.
Auch die Triebwerksintegration wurde überarbeitet. Die beiden Pratt-&-Whitney-PW2040-Triebwerke des Demonstrators stammen von Boeing 757 von Delta Air Lines und werden oberhalb des hinteren Flugzeugbereichs montiert. Die ursprünglich vorgesehene Befestigungslösung wurde jedoch verworfen und durch eine neue Konstruktion ersetzt. Diese soll die Lasten besser aufnehmen und die Aerodynamik verbessern. Nach Angaben von Jet Zero zeigen Simulationen zudem, dass selbst bei starken Seitenwinden keine problematischen Luftströmungen in die Triebwerke gelangen.
Triebwerke flogen einst mit Boeing 757 von Delta
Die Änderungen kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Der Demonstrator wird derzeit bei Scaled Composites, einer Tochtergesellschaft von Northrop Grumman, in Mojave im Bundesstaat Kalifornien gebaut. Das Unternehmen betont, dass das Programm bislang alle Meilensteine erreicht habe und sowohl im Zeitplan als auch unter den veranschlagten Kosten liege. Treibstofftanks und Cockpit sind bereits fertiggestellt, während große Teile von Flügeln und Rumpf derzeit entstehen.
Der Demonstrator soll vor allem beweisen, dass die versprochenen Effizienzvorteile des Blended-Wing-Body-Konzepts tatsächlich erreichbar sind. Jet Zero geht davon aus, dass sich gegenüber einem vergleichbaren Flugzeug mit klassischem Rumpf und Tragflächen der Treibstoffverbrauch um rund 20 Prozent senken lässt. Das spätere Serienmodell Z4 soll noch deutlich weiter gehen. Für den 250-Sitzer verspricht das Unternehmen je nach Einsatzprofil eine um 30 bis 50 Prozent bessere Treibstoffeffizienz als heutige Flugzeuge vergleichbarer Größe.
Demonstrator soll Daseinsberechtigung für Jet Zero beweisen
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