Narendra Modi ist am vergangenen Samstag (29. August) nach Usbekistan und Kirgisistan aufgebrochen. Erste Station war ein Staatsbesuch in der usbekischen Hauptstadt Tashkent. Im Anschluss reiste Indiens Premierminister weiter nach Bishkek, wo er am jährlichen Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit SCO teilnahm. Dem 2001 gegründeten Bündnis gehören neben China, Russland und Indien auch mehrere zentralasiatische Staaten sowie Pakistan an.
Premierminister Modi hatte in jedem Fall mehr als genug Zeit, um sich auf den Besuch in Usbekistan vorzubereiten: Sein Regierungsjet Air India One, die speziell umgerüstete Boeing 777 mit der Kennung K7067, benötigte für den Weg von Delhi nach Tashkent knapp neun Stunden. Dabei liegt die Hauptstadt Usbekistans eigentlich nur rund 1600 Kilometer weit entfernt. Der Flug müsste normalerweise lediglich etwa drei Stunden dauern.
Pakistan verweigert Überflug, Iran gilt als zu gefährlich
Der Grund: Pakistan hatte der Air India One den Überflug verweigert. Dabei handelt es sich nicht um eine Maßnahme speziell gegen den indischen Staatschef, sondern seit dem 23. April 2025 dürfen sämtliche indische Fluggesellschaften sowie Flugzeuge mit indischer Registrierung den pakistanischen Luftraum nicht mehr nutzen. Hintergrund ist ein Terroranschlag in Kaschmir und die darauffolgenden diplomatischen Maßnahmen Indiens. Mittlerweile ist die Sperrung bereits zum 16. Mal verlängert worden und gilt bis zum 24. September 2026. Insofern war schon vor Modis Abflug klar, dass der Luftraum Pakistans ausfällt.
Kürzer wäre es eventuell gewesen, Delhi Richtung Süden zu verlassen, um Pakistan über internationalen Gewässern zu umfliegen und anschließend über den Iran nach Usbekistan zu gelangen. Doch aufgrund des Kriegs zwischen den USA sowie Israel und dem Iran und den Luftraumsperrungen wurde auch diese Flugroute verworfen. So flog Modi am 29. August mit der Boeing 777 und dem Callsign INDIA1 von Delhi Richtung Südosten über Bangladesch, bevor sie entlang der Ostflanke des Himalaya nach Norden abdrehte, quer durch Nordchina bis an die Grenze zur Mongolei flog und sich Usbekistan schließlich aus Nordosten über Kirgisistan näherte, wie der Flugverlauf bei Airnav Radar zeigt.
Landung am Tashkent East Airport
Gelandet ist das Flugzeug zudem nicht auf dem regulären Tashkent International Airport, sondern auf dem kleineren Tashkent East Airport im Osten der usbekischen Hauptstadt, der vor allem für Staats- und Militärflüge genutzt wird. Der Flug von Taschkent nach Bischkek war dann mit rund 300 Kilometern Luftlinie kurz.
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