Vögel: Je leiser Flugzeuge werden, desto weniger schrecken sie Tiere ab.

SchädenMit Technik Folgen von Vogelschlag lindern

Knallt ein Vogel in ein Flugzeug, muss die Airline es auf Schäden überprüfen. Forscher wollen diesen Prozess beschleunigen - und so die Kosten senken.

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Wenn ein Flugzeug mit einem Vogel zusammenstößt, kann das heftige Schäden zur Folge haben. Manchmal kann das Triebwerk dadurch ausfallen. Manchmal klafft einfach ein großes Loch in der Nase des Fliegers. Doch nicht immer sind die gefährlichen Folgen eines Vogelschlags so deutlich zu erkennen und einzuordnen. Das wollen Ingenieure der Technischen Hochschule Regensburg in Zusammenarbeit mit der Firma Indtact nun ändern.

Das Ziel ihres Forschungsprojekts «Bird» ist es, mögliche Schäden am Flugzeug durch Vogelschlag sofort feststellen und einschätzen zu können. Dazu liefert Indtact Sensoren, die im Abstand von rund zwei bis drei Metern auf Nase und Tragflächen angebracht werden sollen. Diese ermitteln durch das beim Aufprall des Vogels entstehende akustische Signal eine Frequenzkurve, anhand derer die Art des Schadens bestimmt werden soll. «Es ist ein Unterschied, ob die Faser bricht oder ob es sich um Delaminationen handelt, also ob sich die einzelnen Schichten voneinander lösen», erklärt Hochschulmitarbeiter Matthias Schlamp.

45 Millionen Euro Schaden pro Jahr

Er und sein Team simulieren Einschläge und werten die Schäden aus mithilfe der Sensoren, aber auch mit Ultraschall und  Digital-Mikroskopen. So wollen sie eine Referenzdatenbank aufbauen, um Schäden abzugleichen. Airlines sollen so schneller einordnen können, ob sie Bauteile vollständig austauschen, nur reparieren oder bei sehr kleinen Schäden gar nichts unternehmen müssen. Standzeiten und Bauteilwechsel könnten so reduziert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben Forscher und Firma drei Jahre Zeit - solange läuft das Projekt an der Hochschule, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 190.000 Euro gefördert wird. Den Fluggesellschaften wäre Hilfe sicherlich recht. Denn täglich kommt es auf Flughäfen zu Zusammenstößen mit Vögeln. Das ist nicht sehr gefährlich, aber teuer. Vogelschlag beschere alleine deutschen Fluggesellschaften zwischen 18 und 45 Millionen Euro Gesamtschaden pro Jahr, schreiben die Regensburger Forscher.

Drohnen gegen Vögel?

Für besonderes Aufsehen sorgten Vögel im vergangenen Jahr auch am Airport Beirut: Dort drohten mehrere Airlines dem Flughafen der libanesischen Hauptstadt mit einem Boykott, da eine neben den Pisten eröffnete Mülldeponie massenweise Vögel anzog. So versuchen Flughäfen immer wieder mit verschiedenen Innovationen, Vogelschlag zu verhindern. Junge Ingenieure aus Japan setzen zum Beispiel auf den Einsatz von Drohnen.

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