Boeing 747-8F (links) und Antonov An-148: Boeing-Tochter unterstützt Antonov bei Logistik und Ersatzteilversorgung.

Gespräche über engere KooperationKuscheln Boeing und Antonov bald enger?

Die Flugzeugbauer erwägen, enger zusammen zu arbeiten. In der Ukraine träumt man bereits von einer größeren Kooperation von Antonov und Boeing.

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Es wäre keine neue Zusammenarbeit: Bereits seit zwei Jahren unterstützt Boeing-Tochter Aviall den ukrainischen Flugzeughersteller Antonov beim An-1X8-Next-Programm. Für die überarbeitete Version der robusten zweistrahligen Regionalflieger und Transporter An-148, An-158 und An-178 hilft der amerikanische Konzern bei Lagerung und Logistik von Bauteilen.

Der amerikanisch-ukrainische Zusammenschluss war eine Reaktion auf die Krimkrise. 2015 kündigte der russische Luftfahrtkonzern UAC wegen der politischen Wirren seine Zusammenarbeit mit Antonov auf. Die Versorgung mit Bauteilen brach plötzlich ein.

Doch voll auf Touren kam die neue Kooperation mit Boeing danach nicht. «Wir schätzen die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Derzeit arbeiten wir im Einklang mit den bestehenden Vereinbarungen», sagte Antonov-Chef Oleksandr Donets kürzlich im Interview mit aeroTELEGRAPH. Nun aber sprechen die Amerikaner und Ukrainer offenbar über eine Vertiefung der Zusammenarbeit.

Zusammenarbeit bereits 2018 gestartet

Die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten, heißt es gemäß dem Portal Cargo Forwarder. Dabei gehe es um weitere Unterstützung bei Logistik, Lagerung und Verwaltung von Komponenten sowie Ersatzteilen. Deutlich höher gegriffen schallt es aus Kiev: Der ukrainische Botschafter in den USA Volodymyr Yelchenko bestätiget gegenüber Journalisten nicht nur die Verhandlungen.

Laut dem Diplomaten  habe Antonov Boeing diverser Projektvorschläge vorgelegt. Nach Aussage von Yelchenko könnte der amerikanische Flugzeugbauer auch Interesse an der Beteiligung an Flugzeugprogrammen haben, die entweder in den USA oder Ukraine entstehen sollen. Demnach soll Boeing sogar erwägen, zusammen mit Antonov große Transportflugzeuge zu bauen -  eine Spezialgebiet der Ukrainer, die beispielsweise mit der An-124 einen Riesenfrachter im Angebot haben.

Absage an anderen Hersteller erst vor Kurzem

Ob der amerikanische Flugzeugbauer tatsächlich eine gemeinsame Produktion von Flugzeugen mit Antonov erwägt, ist fraglich. Erst im vergangenen Monat sagte Boeing die Übernahme der Zivilsparte des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer endgültig ab. Der Hersteller begründete dies unter anderem mit zähen Verhandlungen.

Hinzu kommt, dass die Corona-Krise neue Probleme geschaffen hat . Boeing kann und will sich wohl aktuell wohl kaum einem neuen Projekt widmen.

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