McDonnel Douglas MD-87 in Minsk: Die Verbindung von Atlas Air hielt nur vier Verbindungen.

McDonnell Douglas MD-87 in VIP-AusführungDie mysteriöse Linienverbindung zwischen Teheran und Minsk und ihr abruptes Ende

Iran und Belarus bauen ihre Zusammenarbeit aus, doch mit einer regelmäßigen Flugverbindung klappt es nicht. Eine iranische Charterairline versuchte es nun mit einer McDonnell Douglas MD-87, hohen Preise und spezieller Kabine.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Weder der Iran noch Belarus haben viele Freunde im Westen. Beide Länder unterstützen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Beide stehen unter westlichen Sanktionen. Daher verwundert es nicht, dass beide Länder ihre Zusammenarbeit immer weiter ausbauen. Die Kooperation reicht vom Militärischen über Wirtschaftskooperationen im Industrie- und Agrarsektor bis hin zu erleichterter Einreise.

Was aktuell fehlt, ist eine Linienverbindung zwischen beiden Ländern. Belavia stellte die Strecke Minsk - Teheran 2018 ein. Ein Neustart-Versuch 2023 mit Mahan Air scheiterte - es blieb bei einem einzigen Flug. Nun gab es einen weiteren Versuch - einen, der ziemlich mysteriös war.

Atlas Air startete mit McDonnell Douglas MD-87 für 25 Passagiere

Weder Belavia noch Mahan Air führten die Flüge zwischen den beiden Hauptstädten durch. Und das eingesetzte Flugzeug war keines, das man auf dieser Strecke erwarten würde. Und: Nach nur vier Flügen ist die Verbindung schon wieder Geschichte, berichtet das Portal Nashaniva.

McDonnell Douglas MD-87 für 25 Passagiere: Atlas Air wirkt mit der besonderen Kabine.

Der Reihe nach: Am 16. August startete Atlas Air, eine iranische Charterairline, zum Erstflug auf der Strecke Teheran - Minsk. Zum Einsatz kam aber kein Langstreckenflugzeug, sondern eine McDonnell Douglas MD-87 mit nur 25 Plätzen und Konferenzraum. Ausgeliefert wurde das Flugzeug im März 1992 an Japan Airlines. Bei Atlas Air ist die Maschine seit Ende 2025 im Einsatz und trägt die Kennung EP-SAT.

Aus aufgrund von USA-Sanktionen?

Und dementsprechend waren es auch nicht Flüge für jedermann. Ein Ticket kostete je nach Richtung zwischen 960 und 1220 Dollar, Hin- und Rückflug bis zu 2400 Dollar. Geplant war ein wöchentlicher Rhythmus, jeweils sonntags. Im offiziellen Flugplan des Minsker Flughafens tauchte die Verbindung aber nie auf. Am Ende blieb es bei genau vier Hin- und Rückflügen, am 16., 23. und 30. August sowie am 6. September. Der für den 13. September geplante Flug fand nicht mehr statt, seither ist Minsk auch aus der Buchungsmaske von Atlas Air verschwunden.

Eine offizielle Erklärung, warum die Flüge plötzlich eingestellt wurden, gibt es nicht. Es gilt als wahrscheinlich, dass es mit weiteren Sanktionen der USA zu tun hat. Am 8. September setzten die USA die Atlas Aviation Group im Rahmen weiterer Sanktionen gegen die iranische Luftfahrtbranche auf ihre Liste.

Ex-Coca-Cola-Flieger bei Atlas Air

Atlas Air ist eine iranische Charterfluggesellschaft mit Sitz auf der Insel Kish. Unter der Marke Atlas Air Plus betreibt sie aktuell nur zwei Flugzeuge: eine Boeing 737-400 sowie die auf 25 VIP-Sitze umgebaute McDonnell Douglas MD-87. Laut dem Luftfahrtdatenportal CH Aviation gehören auch eine Avro RJ85 und eine MD-83 zur Flotte, die aktuell allerdings als inaktiv gelten. Bei der McDonnell Douglas MD-83 handelt es sich um das Flugzeug, das zu Werbezwecken zeitweise in roter Coca-Cola-Fifa-Lackierung den WM-Pokal um die Welt flog.

MD-83 von Atlas Air: das Coca-Cola rot ist noch da.

Sie lesen uns regelmäßig? Dann werden Sie Teil der Menschen, die unsere Arbeit möglich machen. Ihr Abo stärkt unabhängigen Luftfahrtjournalismus und sorgt zugleich für ein werbefreies Leseerlebnis. Und das für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Herabfallende Deckenverkleidung: Die passagiere waren in Panik.

Heftige Vibrationen und herabfallende Verkleidung: Erneuter Zwischenfall bei Sepehran Airlines

ticker-iran

Iran: Neue US-Sanktionen gegen Airlines erhöhen Kosten, führen aber nicht zu Betriebsstopp

Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.

Iran meldet 100 beschädigte oder zerstörte zivile Flugzeuge

Der Airbus A310 von Taban Airlines: Stand lange am Boden.

Iranische Fluggesellschaft startet Modernisierung - mit Rückkehr eines 35 Jahre alten Airbus A310

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies