McDonnel Douglas MD-87 in Minsk: Die Verbindung von Atlas Air hielt nur vier Verbindungen.

McDonnell Douglas MD-87 in VIP-AusführungDie mysteriöse Linienverbindung zwischen Teheran und Minsk und ihr abruptes Ende

Iran und Belarus bauen ihre Zusammenarbeit aus, doch mit einer regelmäßigen Flugverbindung klappt es nicht. Eine iranische Charterairline versuchte es nun mit einer McDonnell Douglas MD-87, hohen Preise und spezieller Kabine.

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Weder der Iran noch Belarus haben viele Freunde im Westen. Beide Länder unterstützen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Beide stehen unter westlichen Sanktionen. Daher verwundert es nicht, dass beide Länder ihre Zusammenarbeit immer weiter ausbauen. Die Kooperation reicht vom Militärischen über Wirtschaftskooperationen im Industrie- und Agrarsektor bis hin zu erleichterter Einreise.

Was aktuell fehlt, ist eine Linienverbindung zwischen beiden Ländern. Belavia stellte die Strecke Minsk - Teheran 2018 ein. Ein Neustart-Versuch 2023 mit Mahan Air scheiterte - es blieb bei einem einzigen Flug. Nun gab es einen weiteren Versuch - einen, der ziemlich mysteriös war.

Atlas Air startete mit McDonnell Douglas MD-87 für 25 Passagiere

Weder Belavia noch Mahan Air führten die Flüge zwischen den beiden Hauptstädten durch. Und das eingesetzte Flugzeug war keines, das man auf dieser Strecke erwarten würde. Und: Nach nur vier Flügen ist die Verbindung schon wieder Geschichte, berichtet das Portal Nashaniva.

McDonnell Douglas MD-87 für 25 Passagiere: Atlas Air wirkt mit der besonderen Kabine.

Der Reihe nach: Am 16. August startete Atlas Air, eine iranische Charterairline, zum Erstflug auf der Strecke Teheran - Minsk. Zum Einsatz kam aber kein Langstreckenflugzeug, sondern eine McDonnell Douglas MD-87 mit nur 25 Plätzen und Konferenzraum. Ausgeliefert wurde das Flugzeug im März 1992 an Japan Airlines. Bei Atlas Air ist die Maschine seit Ende 2025 im Einsatz und trägt die Kennung EP-SAT.

Aus aufgrund von USA-Sanktionen?

Und dementsprechend waren es auch nicht Flüge für jedermann. Ein Ticket kostete je nach Richtung zwischen 960 und 1220 Dollar, Hin- und Rückflug bis zu 2400 Dollar. Geplant war ein wöchentlicher Rhythmus, jeweils sonntags. Im offiziellen Flugplan des Minsker Flughafens tauchte die Verbindung aber nie auf. Am Ende blieb es bei genau vier Hin- und Rückflügen, am 16., 23. und 30. August sowie am 6. September. Der für den 13. September geplante Flug fand nicht mehr statt, seither ist Minsk auch aus der Buchungsmaske von Atlas Air verschwunden.

Eine offizielle Erklärung, warum die Flüge plötzlich eingestellt wurden, gibt es nicht. Es gilt als wahrscheinlich, dass es mit weiteren Sanktionen der USA zu tun hat. Am 8. September setzten die USA die Atlas Aviation Group im Rahmen weiterer Sanktionen gegen die iranische Luftfahrtbranche auf ihre Liste.

Ex-Coca-Cola-Flieger bei Atlas Air

Atlas Air ist eine iranische Charterfluggesellschaft mit Sitz auf der Insel Kish. Unter der Marke Atlas Air Plus betreibt sie aktuell nur zwei Flugzeuge: eine Boeing 737-400 sowie die auf 25 VIP-Sitze umgebaute McDonnell Douglas MD-87. Laut dem Luftfahrtdatenportal CH Aviation gehören auch eine Avro RJ85 und eine MD-83 zur Flotte, die aktuell allerdings als inaktiv gelten. Bei der McDonnell Douglas MD-83 handelt es sich um das Flugzeug, das zu Werbezwecken zeitweise in roter Coca-Cola-Fifa-Lackierung den WM-Pokal um die Welt flog.

MD-83 von Atlas Air: das Coca-Cola rot ist noch da.

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