Nun zeigt ein erster Fall, wie ernst es die Behörden damit meinen. In der Nacht auf Montag (12. Oktober) musste ein Frachtflug von Ethiopian Airlines von Addis Abeba nach Tel Aviv umkehren. Im Cockpit saß eine Person mit indonesischem Pass. Indonesien unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Zuerst hatte der israelische Sender Channel 13 über den Vorfall berichtet.
Boeing 737 F kreist über Addis Abeba
Betroffen war Flug ET3414. Die Boeing 737-800 F mit der Kennung ET-AVX hob um 1:40 Uhr Ortszeit in Addis Abeba ab, pünktlich nach Plan. Allerdings ging die Liste der Besatzungsmitglieder bei den israelischen Behörden erst ein, als der Frachter schon in der Luft war. Bei der Prüfung fiel ein Cockpitmitglied mit indonesischer Staatsangehörigkeit auf.
Das Flugzeug kreiste lange über Äthiopien. Screenshot Flightaware
Sicherheitsbehörden und Verkehrsministerium wiesen Ethiopian Airlines darauf hin, nicht in Israel zu landen. Weit gekommen war der Frachter da allerdings noch nicht. Laut Daten von Flightaware stieg er auf höchstens rund 6500 Meter und flog nur gut 50 Kilometer nach Norden. Danach kreiste das Flugzeug in der Nähe von Addis Abeba, was darauf hindeutet, dass die Crew Kerosin verbrannt hat, um das passende Landegewicht zu erreichen. Nach knapp zwei Stunden landete der Frachter wieder am Ausgangsflughafen.
Ethiopian Cargo tauscht Cockpitmitglied aus
Ethiopian Cargo tauschte das Cockpitmitglied aus. Um 5:41 Uhr startete ET3414 erneut, dieses Mal mit einer Crew, die nach Israel einreisen darf. Um 9:15 Uhr landete die Boeing 737 F in Tel Aviv, rund dreieinhalb Stunden später als geplant. Ethiopian Airlines sprach laut dem israelischen Sender N12 von einem Fehler. Man habe nicht gewusst, dass die Person nicht auf Flügen nach Israel eingesetzt werden darf.
Eigentlich sollen Airlines ihre Crewlisten 48 Stunden vor dem Abflug schicken. Das funktioniert aber nicht. Laut dem Portal Ynet liefert das zuständige System die Staatsangehörigkeit der Crews erst kurz vor dem Start. Das Verkehrsministerium hatte sich zudem jahrelang gar nicht um Zugang zu diesen Daten bemüht. Erst nach dem Flydubai-Vorfall änderte sich das. Deshalb fiel das Problem bei Ethiopian erst auf, als der Frachter schon in der Luft war.
Airlines, Flughäfen, Flugzeuge und die Menschen dahinter: Wir berichten täglich über eine Branche, die uns fasziniert. Mit Ihrem Abo sorgen Sie dafür, dass wir das unabhängig tun können - und lesen aeroTELEGRAPH werbefrei. Und das noch zu einem sehr günstigen Preis. Jetzt hier klicken und abonnieren