Boeing 737-800 F von Ethiopian Cargo: Das Flugzeug musste zurück, weil eine Person nicht nach Israel fliegen darf.

Pilot mit falschem PassIsrael macht ernst und schickt Frachter von Ethiopian Airlines zurück

Eine Boeing 737 F von Ethiopian Cargo musste auf dem Weg nach Tel Aviv umkehren. Der Grund: Im Cockpit saß eine Person mit indonesischem Pass. Die Crewliste war erst nach dem Start in Israel eingegangen.

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Israel greift in Sachen ausländische Crews durch. Besatzungsmitglieder mit dem Pass eines Staates ohne diplomatische Beziehungen zum Land dürfen eigentlich nicht nach Tel Aviv fliegen. Nur kontrolliert wurde das jahrelang kaum. Erst nach dem Anschlagsversuch auf Flydubai-Flug FZ1073 am 30. September setzt das Verkehrsministerium die Regel strikt durch, auch bei Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Betroffen sind Crewmitglieder aus bis zu 31 Staaten.

Nun zeigt ein erster Fall, wie ernst es die Behörden damit meinen. In der Nacht auf Montag (12. Oktober) musste ein Frachtflug von Ethiopian Airlines von Addis Abeba nach Tel Aviv umkehren. Im Cockpit saß eine Person mit indonesischem Pass. Indonesien unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Zuerst hatte der israelische Sender Channel 13 über den Vorfall berichtet.

Boeing 737 F kreist über Addis Abeba

Betroffen war Flug ET3414. Die Boeing 737-800 F mit der Kennung ET-AVX hob um 1:40 Uhr Ortszeit in Addis Abeba ab, pünktlich nach Plan. Allerdings ging die Liste der Besatzungsmitglieder bei den israelischen Behörden erst ein, als der Frachter schon in der Luft war. Bei der Prüfung fiel ein Cockpitmitglied mit indonesischer Staatsangehörigkeit auf.

Das Flugzeug kreiste lange über Äthiopien.

Sicherheitsbehörden und Verkehrsministerium wiesen Ethiopian Airlines darauf hin, nicht in Israel zu landen. Weit gekommen war der Frachter da allerdings noch nicht. Laut Daten von Flightaware stieg er auf höchstens rund 6500 Meter und flog nur gut 50 Kilometer nach Norden. Danach kreiste das Flugzeug in der Nähe von Addis Abeba, was darauf hindeutet, dass die Crew Kerosin verbrannt hat, um das passende Landegewicht zu erreichen. Nach knapp zwei Stunden landete der Frachter wieder am Ausgangsflughafen.

Ethiopian Cargo tauscht Cockpitmitglied aus

Ethiopian Cargo tauschte das Cockpitmitglied aus. Um 5:41 Uhr startete ET3414 erneut, dieses Mal mit einer Crew, die nach Israel einreisen darf. Um 9:15 Uhr landete die Boeing 737 F in Tel Aviv, rund dreieinhalb Stunden später als geplant. Ethiopian Airlines sprach laut dem israelischen Sender N12 von einem Fehler. Man habe nicht gewusst, dass die Person nicht auf Flügen nach Israel eingesetzt werden darf.

Eigentlich sollen Airlines ihre Crewlisten 48 Stunden vor dem Abflug schicken. Das funktioniert aber nicht. Laut dem Portal Ynet liefert das zuständige System die Staatsangehörigkeit der Crews erst kurz vor dem Start. Das Verkehrsministerium hatte sich zudem jahrelang gar nicht um Zugang zu diesen Daten bemüht. Erst nach dem Flydubai-Vorfall änderte sich das. Deshalb fiel das Problem bei Ethiopian erst auf, als der Frachter schon in der Luft war.

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