Embraer E190 von Kenya Airways: Die Airline will die Flotte jetzt vielleicht doch vergrößern.

KurswechselEmbraer E2 ist wieder im Rennen bei Kenya Airways

Eigentlich wollte Kenya Airways ihre Embraer-Flotte schrittweise verkleinern. Nun beschäftigt sich die Fluglinie wieder mit der E2-Familie des brasilianischen Herstellers. Die Überlegungen sind Teil von ehrgeizigen Wachstumsplänen.

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Die Richtung schien klar. Erst Anfang des Jahres hatte Kenya Airways angekündigt, ihre Embraer-Flotte schrittweise verkleinern zu wollen. Nun denkt die Fluggesellschaft aber wieder über neue Flugzeuge des brasilianischen Herstellers nach. Interimschef George Kamal äußerte sich gegenüber dem Magazin Aviation Week positiv zur Embraer E2.

«Die E2 sieht gut aus», sagte Kamal. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen. Man prüfe das Flugzeug jedoch intensiv. Für Embraer spricht aus Sicht der Airline ein besonderer Vorteil: Kenya Airways betreibt das einzige Embraer-Wartungszentrum Afrikas. Derzeit fliegen bereits neun Embraer E190 für die Fluggesellschaft. Noch Anfang des Jahres hatte das Management allerdings signalisiert, die Regionalflotte künftig eher verkleinern zu wollen. Jetzt scheint die Debatte über die Zukunft der kleineren Jets offenbar wieder eröffnet.

Kenya Airways will auf 100 Flugzeuge wachsen

Die Überlegungen sind Teil deutlich größerer Wachstumspläne. Die Kenya-Airways-Gruppe mit ihrer Regionaltochter Jambojet betreibt derzeit 42 Flugzeuge. Bis 2030 soll die Flotte auf 60 Maschinen wachsen, bis 2035 sogar auf rund 100. Gleichzeitig will die Airline ihre Verbindungen innerhalb Afrikas um 20 bis 25 Prozent ausbauen. Zudem prüft sie die Schaffung eines zweiten Drehkreuzes auf dem Kontinent, um zusätzliche Verkehrsströme nach Nairobi zu lenken.

Wachsen will Kenya Airways dabei nicht nur im Passagiergeschäft. Auch die Frachtsparte soll deutlich stärker werden. Derzeit betreibt die Fluggesellschaft vier Boeing-737-Frachter. Künftig sollen mindestens zwei Großraumfrachter dazukommen. Im Fokus stehen Boeing 777 F, wobei laut Kamal noch offen ist, welche Version und wie viele Flugzeuge letztlich beschafft werden. Die Entscheidung werde stark davon abhängen, welche gebrauchten oder geleasten Maschinen am Markt verfügbar seien, so der Chef zu Aviation Week. Langfristig soll der Frachtbereich seinen Anteil am Konzernumsatz deutlich steigern.

Boeing 737 Max von Kenya Airways kommen später

Gleichzeitig kämpft auch Kenya Airways mit den Problemen, die derzeit viele Airlines beschäftigen. Die Einführung der ersten Boeing 737 Max wird von diesem Jahr auf Anfang 2027 verschoben. Hintergrund seien finanzielle Belastungen sowie die gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Konflikts mit Iran. Insgesamt hat die Fluglinie neun Boeing 737 Max bestellt. Auch bei den Langstreckenjets gibt es Einschränkungen: Drei der neun Boeing 787 stehen derzeit wegen Problemen mit ihren GE-Genx-Triebwerken am Boden. Kamal rechnet allerdings damit, dass alle Dreamliner bis Ende des Jahres wieder einsatzbereit sein werden.

Zusätzliche Kapazität erhält Kenya Airways dennoch schon bald. Im Juli kehrt eine Boeing 777-300 ER zurück, die seit Jahren an Turkish Airlines verleast war. Sie soll künftig auf wichtigen Strecken wie nach London-Heathrow und Johannesburg eingesetzt werden. Eine zweite Boeing 777-300 ER könnte ebenfalls bald zur Flotte zurückkehren.

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