Das Rennen um die Flugkontrolle

So revolutionär wie früher der Radars soll eine neue ATC-Technik der USA sein. Doch ihnen geht das Geld aus. Und andere wittern eine Chance.

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Die amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) arbeitet an einem neuen System für den Fluglotsendienst. "Revolutionär" soll es sein, vergleichbar mit der Veränderung, die durch die Einführung des Radar einherging.

Schon seit 1983 arbeitet man in den USA an dem neuen System. Seit 2003 hat es auch einen Namen: "NextGen". Statt mit Radarstationen wie bisher, will man Sattelitentechnologie einführen. Für die Fluglinien bedeutet das einen grossen Gewinn an Effizienz: Erstmals werden die Piloten im Cockpit beispielsweise die Möglichkeit haben, zu sehen, wo sie sich im Vergleich zu anderen Fliegern befinden. Als Folge davon kann man den Luftraum effizienter nutzen, da die Flugzeuge sicherer näher aneinander vorbei fliegen können.

Sanftere Landung, effizienterer Flug

Das soll auch bei Start und Landung helfen. Statt einem stufenweisen Absinken könnten die Flugzeuge dann dank der GPS-Technik regelrecht in Richtung Landung gleiten. Neben dem Vorteil, dass auch hier eine höhere Start- und Landefrequenz möglich wäre, spart das ausserdem Treibstoff. Und mach Landungen und Starts bei schlechtem Wetter und schlechten Sichtverhältnissen sicherer, da die Piloten im Cockpit genaue Informationen über ihre Umgebung haben.

Aber billig ist das Ganze natürlich nicht. Die US-Regierung kostete das ganze etwa 22 Milliarden Dollar. Es wird für die FAA daher immer schwerer, das Geld für die Lancierung der neuen Technik aufzubringen - man braucht dafür die Zustimmung des Kongresses. Und in der wirtschaftlich angespannten Situation in dem Land ist die FAA bei aller Innovation vor Budgetkürzungen nicht sicher. Eine Milliarde weniger pro Jahr drohen der Behörde. Und auch die Fluggesellschaften schrecken vor den Kosten zurück, die die Ausstattung aller Flugzeuge mit der neuen Technik mit sich bringt. Kostepunkt: Rund 20 Milliarden bis 2025.

Führungsrolle in Gefahr

Die Geldprobleme bereiten der FAA grosse Sorgen, denn: der ganze Prozess zieht sich in die Länge. Eigentlich hat die FAA den Fluggesellschaften eine Frist bis 2020 gesetzt, um die Ausrüstung, die für die neue Technik nötig ist, einzubauen.

Aber die Behörde selbst kommt nicht nach damit, die technischen Standards überhaupt zu entwickeln, auf denen die Anforderungen basieren. Auch andere Länder arbeiten an neuen Systemen. Aber die USA hatten dabei bisher immer eine Vorreiterrolle. Kein Wunder: Fast 40 Prozent des weltweiten Flugverkehrs gehen auf amerikanische Kosten. Jetzt riskieren sie aber, die Führungsrolle in Sachen Flugverkehrskontrolle an die EU zu verlieren. Die Europäische Union arbeitet auch schon an neuer Technik und kommt damit momentan gut voran, heisst es in der Branche. Falls das so weitergeht, befürchten Experten, könnten die USA das Rennen verlieren.

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