Bürger werben für ihren Flughafen: Vergebene Liebesmühe.

International Airport ohne Flüge

Gary versuchte sich als Chicagos dritter Flughafen zu vermarkten. Vergebens. Nun strich Allegiant Air als letzte Fluglinie ihre Flüge.

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Er trägt noch immer den Zusatz «International» im Namen und ganz à la Ryanair auch den Zusatz «Chicago», weil die amerikanische Großstadt einigermaßen in der Nähe liegt. Doch Flüge aus dem Ausland landen schon lange nicht mehr am Gary-Chicago International Airport. Und seit letztem Samstag (10. August) gibt es auch keine nationalen Verbindungen mehr. Zwei Mal die Woche flog Allegiant Air bis dahin noch mit einer MD-83 von der Industriestadt im amerikanischen Bundesstaat Indiana aus nach Orlando Sandford International. Damit ist nun Schluss.

Der Mangel an «starker Nachfrage» habe zu diesem Schritt geführt, erklärte die amerikanische Regionalairline. Sie war die sechste Fluglinie, welche es in Gary versuchte. Auch Pan Am, Southeast Airlines, Sky Value Airlines, Skybus Airlines und Hooters Air versuchten in der Geburtsstadt von Michael Jackson schon vergeblich ihr Glück.

Negativspirale nach unten

Die Geschichte des Flughafens ist eng verknüpft mit dem Schicksal der Stadt. Gary war in den Sechziger- und Siebzigerjahren eine wirtschaftlich potente Stadt, die vor allem von den riesigen Stahlwerken lebte. Mit dem Niedergang der Industrie sank die Bevölkerungszahl von in der Spitze 178'000 auf heute noch 80'000, die Kriminalität stieg. Vor allem wohlhabende weiße Familien zogen in der Folge weg in kleinere Kommunen oder das 50 Kilometer nahe Chicago und setzten eine Negativspirale in Gang.

Für den Flughafen Gary, der sich als Chicagos dritter Airport zu vermarkten suchte, gibt es indes noch Hoffnung. 29 Unternehmen zeigen Interesse an der Privatisierung des Airports. Bis Ende Oktober soll eine Entscheidung fallen.

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