Die Nordpiste mit Kontrollturm: Weniger Verkehr in Heathrow.

Maxi-Steuern als Hilfe für Heathrow

Die britische Regierung hegt Pläne, die Taxen an den überfülltesten Londoner Flughäfen stark zu erhöhen, um so den Verkehr zu den kleineren umzulenken.

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London hat ein Flughafenproblem. Die britische Hauptstadt stößt in Sachen Luftverkehr langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenzen. Darüber, wie man dem Problem begegnet, besteht noch keine Einigkeit. Eine dritte Landebahn für Heathrow? Ausbau in Gatwick oder Stansted? Ein ganz neuer Flughafen in der Themsemündung? Regierung, Interessengruppen und Wirtschaft streiten seit langem über die verschiedenen Alternativen. Eine Studie legt nun eine neue Möglichkeit dar - zumindest für eine Übergangsfrist. Sie untersuchte, wie sich unterschiedlich hohe Gebühren an den verschiedenen Flughäfen auf die Verkehrsentwicklung auswirken könnten.

Bis jetzt wurden die Abgaben in Heathrow, Stansted und Gatwick immer im Gleichschritt angehoben. Nun sollen sie erneut erhöht werden. Für April kündigte die Regierung eine weitere Teuerungsrunde an. Sie betrifft vor allem Langstreckenflüge. Sie werden wegen der Abgaben zwei bis drei Pfund pro Person teurer. Dabei sind die Gebühren schon jetzt hoch, wie Kritiker monieren. Eine Familie, die von Großbritannien in die USA fliege, zahle 260 Pfund an Steuern. In Frankreich seien es nur 38 Pfund, schreibt die Interessengruppe «A Fair Tax on Flying» laut einem Artikel in der britischen Zeitung The Guardian.

Passagierströme umlenken

Doch die Regierung überlegt sich nun offenbar, noch viel weiter zu gehen und die Steuern an den Flughäfen unterschiedlich zu gestalten. So will sie die Passagierströme umlenken. Die Studie entsprechende zeigte, dass dies Reisende weg von den großen Airports wie Heathrow und Gatwick hin zu den weniger überlaufenden Flughäfen locken würde. Auch wenn der Hauptteil des Luftverkehrs weiter von den großen Flughäfen im Südosten des Landes abgewickelt würde, auch die Regionalflughäfen würden ein «signifikantes Wachstum» erleben.

Würden sich beispielsweise in Heathrow die Steuern um 50 Prozent erhöhen, prophezeit die Studie einen Rückgang der Passagierzahlen am größten europäischen Airport um 22 Prozent. Die kleinen Konkurrenten Stansted und Luton hingegen würden ein Wachstum von 25, bzw. 20 Prozent erleben. Da vor allem Langstrecken-Passagiere von der Steuererhöhung betroffen wären, würden vor allem diese an neue Airports wandern. Laut der Studie würde sich die Anzahl von Langstreckenpassagieren in Stansted bis 2020 um eine Million erhöhen. In Birmingham sogar um zwei Millionen.

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