Airbus A340-300 von Lufthansa: Zu schwer für die Piste in Abuja.

Flughafen Abuja in NigeriaLufthansa muss 45 Passagiere stehen lassen - und sich nun mit Kritik herumschlagen

Ein beschädigter Abschnitt der Startbahn in Abuja zwang die Crew eines Airbus A340, mit reduzierter Last zu starten. 45 Fluggäste, Gepäck und Fracht blieben zurück. Während Lufthansa auf Sicherheitsgründe verweist, werfen Medien in Nigeria der Airline Versäumnisse vor.

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Fünf Mal pro Woche führt Flug LH595 in etwas mehr als sechs Stunden von Abuja nach Frankfurt. Auch am 23. Juli stand ein Airbus A340 von Lufthansa am späten Abend am Flughafen der Hauptstadt von Nigeria bereit für den Flug nach Deutschland. Doch starten konnte er nicht um 22:20 Uhr wie geplant.

Beim Boarding gab es Probleme. Am Ende von Startbahn 04 des Nnamdi Azikiwe International Airport hatte sich ein Loch aufgetan. Und deshalb war sie nicht voll nutzbar. Mit anderen Worten: Es stand nur eine geringere Startstrecke zur Verfügung.

45 Passagiere weniger, kein Gepäck und keine Fracht

Und so musste die Crew von Lufthansa eine schwierige Entscheidung treffen: Sie musste 45 Fluggästen mit gültigen Tickets mitteilen, dass sie nicht mitfliegen können. Auch das Gepäck der anderen Reisenden wurde wieder ausgeladen. Es hätten sich zwischenzeitlich chaotische Szenen abgespielt, als verunsicherte Passagiere sich um Sitzplätze stritten, heißt es in der lokalen Presse.

Zuvor soll der Kapitän gemäß dem Portal Sahara Reporters sogar erwogen haben, den Flug ganz zu annullieren. «Aufgrund von Reparaturarbeiten stand für unseren Flug nur eine kürzere Bahn zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass aus Sicherheitsgründen nicht alle Fluggäste akzeptiert werden konnten», erklärt ein Sprecher von Lufthansa. Zuvor habe man entschieden, keine Fracht zu laden. «Aber dies war nicht ausreichend.»

Airbus A340 startete mit zwei Stunden Verspätung in Abuja

Gemäß lokalen Berichten sollen die Angestellten von Lufthansa die Situation aber sehr professionell gehandhabt haben. Am Ende hob der A340 mit rund zwei Stunden Verspätung Richtung Frankfurt ab. Doch der Ärger war für die Fluggesellschaft damit nicht vorbei.

In Nigeria gehen die Wogen wegen der Ausladung der 45 Passagiere nach wie vor hoch. Lufthansa habe bereits vorher von der Verkürzung der Startbahn erfahren. Die Flughafenbehörde Nigerias FAAN habe alle Fluggesellschaften informiert, schreibt die Zeitung The Punch. Zudem habe es auch eine Notam gegeben, also eine Mitteilung für Luftfahrtpersonal, die wichtige Informationen enthält, welche für den sicheren Flugbetrieb kurzfristig relevant sind.

Lufthansa-Kapitän hatte Sorge wegen Regen und Rückenwind

In der Notam sei die Einschränkung kommuniziert worden. Darin wurde die sogenannte Tora (Takeoff Run Available), also die maximal verfügbare Startlaufstrecke mit 2300 Metern angegeben. Piste 04 von Abuja ist 3600 Meter lang. Das anerkennt auch Lufthansa.

Das nigerianische Portal Aviation Monitor zitiert aus einem Schreiben des Stationsmanagers von Lufthansa in Abuja an die Behörden. «Nach Einschätzung des Kapitäns war auf der Startbahn 04 in Kürze mit starkem Regen und entsprechendem Rückenwind zu rechnen. Aus Sicherheitsgründen musste er daher das maximale Startgewicht anpassen, um den Flug unter den besonderen Bedingungen sicher durchführen zu können», schreibt er darin.

«Volles professionelles Handeln und Zurückhaltung»

Als die Entscheidung gefallen sei, habe das Boarding gerade begonnen. Deshalb habe man eine «entsprechende Anzahl von Passagieren am Ende» ausschließen müssen, so der Stationsmanager. «Dies führte zu großer Verärgerung, was von allen Beteiligten, einschließlich Avsec, volles professionelles Handeln und Zurückhaltung erforderte.» Alle Passagiere seien über die Situation informiert worden. Ihnen seien Umbuchungen, Transport, Unterkunft und Verpflegung angeboten worden.

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