Der sogenannte T-Stiel am Flughafen München: So soll er aussehen.

Statt FrankfurtLufthansa hat entschieden - und baut in München aus

Frankfurt oder München? Lufthansa hat entschieden. Die Fluggesellschaft treibt den Ausbau ihres bayerischen Drehkreuzes mit der Terminal-2-Erweiterung voran.

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Lange ließ Lufthansa offen, welches ihrer beiden Drehkreuze den Zuschlag für den nächsten großen Wachstumsschritt bekommt. Frankfurt oder München. Beides gleichzeitig schloss Konzernchef Carsten Spohr aus. «Für beide haben wir keinen Bedarf», sagte er kürzlich und machte klar: Lufthansa werde nur an einem Standort in den kommenden Jahren – «fast Jahrzehnten» – so stark wachsen, dass eine große Infrastruktur-Erweiterung nötig sei.

Während man sich in München längst ein gemeinsames Modell mit dem Flughafen in Form eines Joint Venture beim Terminal 2 geschaffen hat, blieben vergleichbare Gespräche in Frankfurt ohne entscheidenden Durchbruch. Und nun fällt die Wahl auf Bayern: Lufthansa und der Flughafen München verlängern ihr Joint-Venture bis 2056 und bereiten den nächsten großen Ausbau vor.

Terminal 2 in München wird mit Lufthansa erweitert

Herzstück ist die Erweiterung des Terminal 2 um einen zusätzlichen Flugsteig, den sogenannten T-Stiel. Dieser soll rechtwinklig an das bestehende Satellitengebäude anschließen und die Kapazität um bis zu zehn Millionen Passagiere jährlich erhöhen. Die Inbetriebnahme ist für 2035 geplant. Mit der Entscheidung verknüpft Lufthansa auch operative Pläne: In München soll die Langstreckenflotte perspektivisch ausgebaut werden.

In Frankfurt hatte sich Lufthansa gewünscht, was in München Realität ist. Beide Unternehmen teilen sich im Terminal 2 Verantwortung, Kosten und Erlöse. Genau ein solches Modell hatte Lufthansa auch für Frankfurt ins Spiel gebracht. Nach der geplanten Eröffnung von Terminal 3 sollte dort das bestehende Terminal 2 neu geordnet werden. Doch während Lufthansa den Schulterschluss suchte, zeigte sich der Flughafenbetreiber zurückhaltend. «Man kann in ein Joint-Venture gehen, das ist aber nicht zwingend nötig», sagte zuletzt Fraport-Chef Stefan Schulte laut der Zeitung Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Was Lufthansa dennoch in Frankfurt investieren was

Frankfurt bleibe dennoch ein zentraler Bestandteil der Strategie, beteuert Lufthansa. Der Konzern wolle dort weiter investieren, etwa im Interkontinentalverkehr im Terminal 1 und mit einem neuen Frachtzentrum, in das mehr als 600 Millionen Euro fließen sollen. Außerdem soll mit Projekten wie «Campus Nord» die operative Leistungsfähigkeit verbessert werden.

Doch die große infrastrukturelle Wachstumsentscheidung ist gefallen. Sie stärkt vor allem München als künftigen Expansionsmotor im Netzwerk von Lufthansa Group.

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