Die Bilder aus Afrika erinnern viele an die Ebola-Krise von 2014: überfüllte Behandlungszentren, Menschen in Schutzanzügen und die Angst vor einer weiteren Ausbreitung über Landesgrenzen hinweg. Jetzt hat sich auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao zum aktuellen Ebola-Ausbruch geäußert. Sie versucht vor allem zu beruhigen.
Die Organisation betont, dass der internationale Luftverkehr weiterhin sicher sei. Gleichzeitig ruft sie Staaten, Airlines und Flughäfen dazu auf, die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO strikt umzusetzen. Hintergrund ist der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Die WHO hatte die Lage am 17. Mai als «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» eingestuft. Anders als bei Covid handle es sich jedoch nicht um eine Pandemie. Das globale Risiko stuft die WHO derzeit als niedrig ein.
Seltene Ebola-Variante sorgt für Ausbruch
Verursacht wird der aktuelle Ausbruch durch die seltenere Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Sie verbreitet sich laut WHO nicht über die Luft oder durch beiläufigen Kontakt, sondern über direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen. Besonders schwierig ist die Lage derzeit, weil Schnelltests für diese Virusvariante fehlen und Laborkapazitäten in der Region erst aufgebaut werden. Gleichzeitig warnen Hilfsorganisationen vor einer möglichen weiteren Ausbreitung in mehrere Länder Zentralafrikas.
Für die Luftfahrt bedeutet das vor allem erhöhte Aufmerksamkeit an Flughäfen. Die Icao verweist darauf, dass seit der Covid-19-Pandemie neue Gesundheitsprotokolle eingeführt wurden. Dazu gehören standardisierte Informationssysteme zwischen Staaten, Airlines und Gesundheitsbehörden sowie digitale Gesundheitsmeldungen und kontaktlose Grenzprozesse. Die Organisation koordiniert nun gemeinsam mit der WHO Maßnahmen, um Risiken im Luftverkehr möglichst früh zu erkennen und gleichzeitig internationale Flugverbindungen aufrechtzuerhalten.
Keine Grenzschließungen empfohlen
Grenzschließungen oder generelle Reisebeschränkungen empfiehlt die WHO aktuell ausdrücklich nicht. Auch Einreisekontrollen außerhalb der betroffenen Region seien derzeit nicht notwendig. In den betroffenen Ländern selbst können hingegen Gesundheitskontrollen an Flughäfen durchgeführt werden, etwa bei Reisenden mit hohem Fieber oder anderen typischen Symptomen. Bestätigte Ebola-Fälle und enge Kontaktpersonen dürfen laut WHO nicht international reisen, außer im Rahmen medizinischer Evakuierungen.
Die Sorge vor einer weiteren Eskalation bleibt dennoch groß. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte zuletzt, die Situation werde sich wahrscheinlich zunächst weiter verschlimmern, bevor sie unter Kontrolle gebracht werden könne. Besonders problematisch seien die hohe Mobilität in der Region, schwache Gesundheitssysteme und großes Misstrauen in Teilen der Bevölkerung. In manchen Regionen halten Menschen Ebola laut Hilfsorganisationen sogar für einen Mythos.
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