Gatwicks Plan für die zweite Piste: Der Flughafen macht Lobbyarbeit.

Zweite PisteLondon Gatwick hält an Ausbauplänen fest

Noch immer ist keine Entscheidung im Londoner Flughafenstreit gefallen. Gatwick schießt dabei weiter öffentlich gegen Heathrow und will den Ausbau so oder so vorantreiben.

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Eigentlich hätte ein Entscheid schon im Dezember vergangenen Jahres fallen sollen. Dann im Juli. Und dann kam der Brexit. Noch immer ist nicht klar, welcher Londoner Flughafen von der Regierung das Okay für eine weitere Piste erhält – Heathrow oder Gatwick. Eine Regierungskommission hatte vor einem Jahr eine dritte Piste in Heathrow als beste Lösung empfohlen und damit Gatwick eine Absage erteilt. Doch den finalen Entscheid muss die Regierung noch fällen.

Für Heathrow bedeutet das weiteres Bangen und für Gatwick mehr Zeit für Lobbyarbeit. Und das nimmt der kleinere Flughafen ernst. Gatwick-Chef Stewart Wingate schrieb dieser Tage einen Brief ans britische Parlament, in dem er in zehn Punkten die Vorteile eines Ausbaus gegenüber der Erweiterung in Heathrow darlegte. Billiger, umweltfreundlicher, schneller – das sind Wingates Hauptargumente für seinen Flughafen.

Auch bei Heathrow-OK weitermachen

Und das ist nicht alles: Selbst wenn Heathrow grünes Licht für eine dritte Piste erhalte, so ein Sprecher von Gatwick zum Sender Sky News, wolle man den Bau einer zweiten Piste voranbringen. «Wir werden nicht aufhören, der Regierung unsere Variante zu verkaufen», so der Sprecher. In Heathrow gebe es so viel Gegenwind im Falle eine Ausbaus, dass der auch nach der Genehmigung durch die Regierung nicht stattfinden werde.

Vor allem Anwohner und Umweltschützer sind vehement gegen einen Ausbau von London Heathrow. Erstere fürchten Lärmprobleme wegen neuer Anflugrouten und mehr Flugverkehr. Die Umweltschützer argumentieren, dass durch einen Ausbau des ohnehin schon stark ausgelasteten Flughafens die Luftverschmutzung und der CO2-Ausstoß über die erlaubten Grenzwerte steigen würden.

British Airways droht mit Wegzug bei Gatwick-Ausbau

Überraschende Befürworterin des Heathrow-Ausbaus ist Easyjet-Chefin Carolyn McCall. Easyjet ist eigentlich die größte Kundin in Gatwick – hegt allerdings in Heathrow Ausbaupläne, die sie durch den Ausbau besser realisieren könnte. Einen prominenten Befürworter hat Gatwick jedenfalls: London Bürgermeister Sadiq Khan. Er hat sich mehrfach öffentlich dafür ausgesprochen, den zweitgrößten Londoner Flughafen zu erweitern. Einen klaren Gegner hingegen hat Gatwick in der Muttergesellschaft von British Airways.

Willie Walsh, Chef der International Airlines Group hat wiederholt erklärt, dass er nicht sehe, warum ein Ausbau von Gatwick Sinn machen soll. Und er ging noch weiter. Die Kosten für eine zweite Piste seien zu hoch und er sei nicht bereit, sie in Form höherer Gebühren zu tragen. Im Falle eines Ausbaus werde man sich also überlegen, den Betrieb in Gatwick deutlich zu reduzieren. Allerdings hat der Manager deshalb keine Präferenz für eine Expansion in Heathrow. Auch das dortige Projekt sei zu teuer, so seine Meinung. Würden durch einen Ausbau die Gebühren steigen, werde man anderswo expandieren müssen.

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