Flugzeuge in Heathrow: Alles stand still.

Störung bei Flugsicherung NATSFlugverkehr in Großbritannien steht stundenlang still - Easyjet, British Airways und Co. streichen Hunderte Flüge

Eine technische Panne bei der britischen Flugsicherung sorgt für Chaos. Hunderte Flüge fallen aus, die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick stoppten sogar ankommende Flugzeuge. Mittlerweile ist das technische Problem zwar gelöst, doch die Folgen sind weitreichend.

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Seit Dienstagnachmittag (8. September) ging an zahlreichen britischen Flughäfen kaum noch etwas. Eine technische Störung bei der Flugsicherung National Air Traffic Services NATS hat den Flugverkehr erheblich eingeschränkt. Auch Stunden nach Beginn der Probleme hielt die Störung an. Erst um kurz nach 19:30 Uhr Ortszeit gab die Flugsicherung Entwarnung.

«Die Behebung des heutigen Systemproblems hat länger gedauert, als wir gehofft hatten», teilte NATS mit. «Das Problem ist nun behoben, wir arbeiten wieder normal und tun alles in unserer Macht Stehende, um den Rückstau an Flügen abzubauen.» Man entschuldige sich vorbehaltlos für die anhaltenden Flugbeeinträchtigungen und verstehe den Frust.

So viele Flüge fallen bei British Airways und Co. aus

Um 18 Uhr hatte British Airways mitgeteilt, die Störung habe die Fluggesellschaft am Nachmittag dazu gezwungen, mehr als hundert Flüge zu streichen oder umzuleiten. Ryanair meldete mehr als 50 Flugstreichungen und Hunderte Verspätungen. Laut dem Flugverfolgungsdienst Flightradar 24 musste Easyjet sogar mehr als 200 Flüge streichen.

Betroffen sind unter anderem die beiden größten Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick. Dort wurden nicht nur Abflüge gestoppt, sondern auch ankommende Flüge zunächst bis mindestens 19 Uhr Ortszeit ausgesetzt. Probleme meldeten zudem Stansted, Luton, London City, Manchester, Birmingham, East Midlands, Edinburgh, Aberdeen, Glasgow, Belfast City, Cardiff, Southampton und Southend.

Auswirkungen auch in anderen Länder zu spüren

An den Flughäfen sitzen Reisende fest, während sich mit zunehmender Dauer der Störung Flugzeuge und Passagiere aufstauten. Die Auswirkungen reichen dabei längst über Großbritannien hinaus. Flugzeuge, die eigentlich auf dem Weg zu britischen Flughäfen waren, konnten ebenfalls nicht wie geplant weiterfliegen oder landen.

Nach Angaben von Eurocontrol wurden insgesamt acht Flughäfen in Deutschland und Irland in Bereitschaft versetzt, um bei Bedarf Flugzeuge aufnehmen können, die wegen der Probleme nicht in Heathrow landen können und umgeleitet werden mussten. Auch an anderen europäischen Flughäfen machten sich die Folgen bemerkbar. Passagiere berichteten von Verzögerungen etwa in Paris und Alicante.

Die Navigationsdaten sind beeinträchtigt

Die Störung begann kurz nach 13 Uhr Ortszeit. Die Flugsicherung bestätigte zunächst ein technisches Problem und schickte Techniker an die Arbeit. Später grenzte NATS den Fehler ein: Betroffen war das System zur Verarbeitung von Flugdaten. Dieses verarbeitet Informationen, die Fluggesellschaften an die Flugsicherung übermitteln. Die daraus gewonnenen Informationen werden anschließend von Fluglotsinnen und Fluglotsen genutzt, um Flugzeuge sicher durch den britischen Luftraum zu führen.

Nach Informationen der Zeitung Telegraph trat die Störung am NATS-Standort Swanwick bei Southampton auf. Hinweise auf einen Cyberangriff gebe es nicht, erklärte ein Sprecher. Die Flugsicherung betont zudem, dass dieses Mal nicht dasselbe System betroffen sei wie bei den größeren Ausfällen 2023 und 2025.

Erholung dürfte einige Zeit dauern

Obwohl NATS das Problem mittlerweile behoben hat, läuft der Flugverkehr nicht sofort wieder normal. Die Flugsicherung selbst warnte, dass die Erholung einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Denn ein Ausfall bringt einen langen Rattenschwanz mit sich: Viele Flugzeuge nicht dort, wo sie für ihre nächsten Flüge benötigt werden, Abflüge haben sich aufgestaut und Hunderte Verbindungen wurden gestrichen.

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