Transithotel am Flughafen Zürich: Das ist keine Zelle.

Fehlende DokumenteDie Verhaftung, die keine war - Verwirrung um Air-India-Crew am Flughafen Zürich

Zürich kommt derzeit in den indischen Medien nicht gut weg. Diese berichten, Crewmitglieder der Nationalairline seien am Flughafen festgenommen worden. Doch so ganz stimmt das alles nicht.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eine Zelle soll es sein, die da auf dem Bild in der Zeitung The Hindu zu sehen ist. Eine Zelle am Flughafen Zürich. Zu sehen sind ein schmales Bett, ein Tisch und ein Vorhang. Und dort, so berichten The Hindu und andere indische Medien, wurden zu zwei verschiedenen Zeitpunkten Crewmitglieder von Air India festgehalten. Zuvor seien sie von der Polizei festgenommen worden, weil ihnen bestimmte Einreisedokumente gefehlt hätten.

Klingt dramatisch. Doch ganz korrekt ist das alles nicht, denn: Die «Zelle» ist in Wahrheit ein Raum des Transithotels am Flughafen Zürich - einem Hotel im Transitbereich - also dort, wo man nicht einreisen muss. Der Flughafen Zürich bietet dort Zimmer und Ruheräume für Reisende, die längere Aufenthalte haben, aber nicht einreisen können oder wollen. Was stimmt: «Vergangene Woche hatten fünf Crewmitglieder einer indischen Fluggesellschaft bei ihrer Einreise keine Reisedokumente dabei», erklärt ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich gegenüber aeroTELEGRAPH.

Direkt ins Transithotel

«Nach geltendem Recht darf man ohne Dokumente nicht einreisen, daher wurde diesen Fünf die Einreise verweigert.» Der Sprecher betont aber auch: Die Crewmitglieder wurden nicht verhaftet.» Man habe sie im Transithotel des Flughafens untergebracht und sie hätten sich im ganzen Transitbereich frei bewegen können – so wie jeder andere Transitpassagier auch. «Am nächsten Tag verließen sie die Schweiz wieder Richtung Indien.»

Zu den fehlenden Dokumenten gehören unter anderem der Reisepass und das sogenannte Crew Member Certificate (CMC), welches eine Art Visum für Airlinecrew-Mitglieder ist. Dieses CMC war offenbar das Problem. Auch hier herrscht Verwirrung über die Gründe. Denn indische Medien berichten, dieses Zertifikat müsste erst seit dem 5. Februar schon vorab bezogen werden. Zuvor habe man es für 10 Euro kaufen können - auch wenn man in der Schweiz in Franken zahlt.

Zertifikat nicht käuflich erwerbbar

«Es war nie und ist auch aktuell nicht möglich, am Flughafen ein CMC oder andere Einreisepapier zu kaufen», stellt die Kantonspolizei richtig. Und auch vom Flughafen Zürich heißt es: «Ein Crew Member Certificate konnte am Flughafen Zürich noch nie ausgestellt werden». Das geschehe ausschließlich über die Fluggesellschaft vom zuständigen Regulator in ihrem Land.

«Bei den fünf Crewmitgliedern handelte es sich gemäß unseren Kenntnissen um Mechaniker:innen der Air India», so eine Flughafensprecherin weiter. «Sie wurden von Mitarbeitenden der Kantonspolizei zum Transithotel begleitet, da sie nicht einreisen konnten.» Air India hat auf eine Anfrage von aeroTELEGRAPH zu den fehlenden Dokumenten noch nicht geantwortet.

Mehr zum Thema

Air India baut Frequenzen nach Europa aus

Air India baut Frequenzen nach Europa aus

Dreamliner von Air India: Bald auch regelmäßig in Zürich zu sehen.

Air India macht Zürich zu siebtem Ziel auf dem europäischen Festland

Der erste ACJ Two Twenty in der Luft: Geht an Comlux und Five Hotels.

Airbus liefert ersten A220 in VIP-Version aus

Air India One Flugverlauf nach Tashkent: Indiens Premierminister musste einen großen Umweg nehmen.

Indiens Premierminister muss 6200 Kilometer langen Umweg nach Usbekistan fliegen

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack