Airbus A319 von Chair Airlines: Die Airline kann ihre neueste Strecke nicht aufnehmen.

Flughafen VloraChaos um Albaniens neuen Flughafen - Chair Airlines muss Flüge absagen

Eigentlich sollte der Schweizer Ferienflieger schon bald als erste Fluggesellschaft den neuen Flughafen Vlora anfliegen. Doch aus den Plänen von Chair Airlines wird nichts: Ein erbitterter Streit zwischen Investoren, juristische Auseinandersetzungen und offene Sicherheitsfragen verzögern die Eröffnung des Milliardenprojekts in Albanien.

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Shpend Ibrahimi freute sich auf die Premiere. «Vlora gilt heute als Feriendestination für Insider und ist im Trend» sagte der Chef von Chair Airlines Ende letzten Jahres im Interview mit aeroTELEGRAPH. Seine Fluggesellschaft war auserkoren worden, um als allererste den neuen Flughafen in Albanien anzufliegen.

Ab dem 26. Juni wollte der Schweizer Ferienflieger zwei Mal wöchentlich zwischen Zürich und der Hafenstadt in Südalbanien fliegen. Doch dazu kommt es nicht. Denn der Flughafen Vlora kann noch nicht eröffnet werden. Er habe die erforderlichen Zulassungen nicht rechtzeitig erhalten, erklärt ein Sprecher von Chair Airlines dem Portal Travelnews. «Eine Eröffnung für den Sommer ist daher nicht mehr zu erwarten.»

Streit zwischen zwei Investoren am Flughafen Vlora

Das liegt an einem heftigen Streit, der seit Monaten um den Flughafen Vlora tobt. Die Schweizer Firma Mabco Constructions des exil-albanischen Unternehmers Behgjet Pacolli erklärt gemäß dem Portal Lapsi, sie halte 98 Prozent der Anteile an der Betreibergesellschaft und sei Hauptinvestor sowie Finanzierer des Projekts. Dennoch sei ihren Mitarbeitenden und Subunternehmern seit dem 18. Mai der Zugang zur Baustelle verweigert worden.

Nach Darstellung von Mabco versuche die 2A Group, die lediglich zwei Prozent der Anteile halte, die Kontrolle über das Projekt zu übernehmen. Das Schweizer Unternehmen wirft den Behörden zudem vor, durch Handlungen und Unterlassungen das faktisch zu unterstützen.

Streit zwischen zwei Investoren am Flughafen Vlora

Zusätzlich äußert Mabco Sicherheitsbedenken und kritisiert, dass wichtige Ausrüstung für die Zulassung des Flughafens Vlora seit mehr als sieben Monaten beim Zoll blockiert sei. Vor der Inbetriebnahme fordert sie deshalb eine unabhängige internationale Prüfung der Start- und Landebahn sowie der Sicherheitssysteme. In mehreren Gerichtsverfahren setzte sie sich allerdings mit ihren Ansichten bislang nicht durch.

Das hat sich aber dieser Tage geändert. Vor wenigen Tagen entschied Albaniens Oberster Gerichtshof für Mabco und hob frühere Urteile auf, welche die Stimmrechte und weitere Rechte der Schweizer bei der Betreibergesellschaft des Flughafens Vlora International Airport suspendiert hatte. Damit geht der Streit weiter.

Sicherheitsrisiko durch Vögel

Es gibt allerdings noch ein anderes Problem. Der Flughafen Vlora entsteht direkt neben der Narta-Lagune, einem international geschützten Feuchtgebiet und wichtigen Rastplatz für Zugvögel, darunter Flamingos. Diese Nähe zur Vogelwelt könnte später auch für den Flugbetrieb zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko werden.

Seit dem Baustart im Jahr 2021 steht das Projekt deshalb massiv in der Kritik. Neben Umweltorganisationen äußerten auch die Europäische Kommission, das Europäische Parlament sowie internationale Organisationen wie die Berner Konvention und das Abkommen zum Schutz wandernder Tierarten wiederholt Bedenken. Kritisiert werden vor allem mögliche Schäden für das empfindliche Ökosystem der Lagune und die Gefährdung geschützter Vogelarten.

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