Fluglotsen im Kontrollturm von München: Die DFS verliert wegen der Corona-Krise Hunderte Millionen an Einnahmen.

DFS prüft ErhöhungAirlines drohen höhere Flugsicherungsgebühren

Wenig Verkehr bedeutet wenig Einnahmen. Darum denkt die DFS Deutsche Flugsicherung über eine Gebührenerhöhung nach.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Nicht nur Flughäfen und Fluggesellschaften leiden unter der Corona-Krise. Auch den Flugsicherungen sind die Einnahmen weggebrochen. Denn sie nehmen vor allem dann Geld ein, wenn geflogen wird.

Die Anbieter verrechnen Fluggesellschaften und Privatpiloten für ihre Flugsicherungsdienste etwas. So gibt es An- und Abfluggebühren, die bei Starts und Landungen für den Service der Lotsen im Kontrollturm verrechnet werden. Und es gibt Streckengebühren, wenn Fluggesellschaften Länder überfliegen und die dortigen Navigationsdienste und -einrichtungen beanspruchen. Bei der DFS Deutschen Flugsicherung machen diese Posten rund 91 Prozent aller Einnahmen aus.

DFS musste Geld aufnehmen

Dieses Geld fehlt nun. «Die DFS verzeichnet bis zum Jahr 2024 gravierende Einkommensverluste. Gleiches gilt für alle europäischen Flugsicherungsorganisationen», sagt DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle zu aeroTELEGRAPH. Zugleich müsse man Infrastruktur und Dienstleistungen auch bei wenig Verkehr uneingeschränkt zur Verfügung stellen.

Und auf der anderen Seite der Erfolgsrechnung könne man nicht mehr viel machen, so Scheurle. Die Möglichkeiten, weitere Kosten einzusparen, seien begrenzt, sagt er. «Die DFS hat deshalb in diesem Jahr zur Sicherung ihrer Liquidität ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 500 Millionen Euro aufgenommen. Dieser Betrag schließt die Liquiditätslücke in diesem Jahr.»

Bis 2025 fehlt nochmals eine Milliarde

Doch die Covid-19-Pandemie wird die Luftfahrt noch länger prägen. Kürzlich hat die International Luftverkehrsvereinigung Iata ihre Prognose für die Erholung um ein Jahr nach hinten korrigiert. Auch die DFS ist zurückhaltend.«Der Verkehr wird jedoch nach unserer Annahme nicht vor 2025 das alte Niveau von 2019 erreichen, sodass wir bis dahin Einnahmeverluste von etwa einer weiteren Milliarde Euro erwarten», sagt Chef Scheurle. 2019 hat sein Unternehmen mit Anflug-, Abflug- und Streckengebühren rund eine Milliarde Euro eingenommen.

Diese weitere Lücke könne die DFS «durch künftige weitere Einsparungen und den Einsatz finanzieller Eigenmittel nicht vollständig» decken, so Scheurle weiter. Für den DFS-Chef ist deshalb klar, was passieren muss. «Der Restbetrag muss entweder durch Zuschüsse des Eigentümers oder eben durch Erhöhung der Gebühren abgesichert werden.» Entschieden ist freilich noch nichts.

Zahlen Airlines oder der Staat?

Damit zeichnen sich zwei Szenarien ab. In einem zahlt der Staat. Denn die DFS Deutsche Flugsicherung ist ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen, das zu 100 Prozent der Bundesrepublik Deutschland gehört. Im anderen müssen sich die Fluggesellschaften auf deutlich erhöhte Gebühren gefasst machen.

Dazu müsste allerdings zuerst die EU-Kommission Ja sagen. Denn sie hat via Eurocontrol die Oberaufsicht über die Gebühren der europäischen Flugsicherungen. Und ob man in Brüssel wirklich einer Gebührenerhöhung zustimmen würde, ist unsicher. Denn diese würde die bereits geschwächten Fluglinien zusätzlich belasten.

Beispiel Kanada

Was eine Preiserhöhung bedeuten kann, zeigte sich vergangene Woche in Kanada. Die nationale Flugsicherung Nav Canada setzte eine happige Gebührenerhöhung durch. Im Durchschnitt beträgt sie 29,5 Prozent.

Mehr zum Thema

Höhere Gebühren für Flugsicherung - Westjet erhöht Zuschläge

Höhere Gebühren für Flugsicherung - Westjet erhöht Zuschläge

Airbus A350 über Berlin: Warnung vor Triebwerksausfall in der niedrigen Kurve.

«Diese Kurve ist legal, aber sie ist nicht optimal»

Schweizer Flugsicherung Skyguide startet Drohnen-App

Schweizer Flugsicherung Skyguide startet Drohnen-App

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Video

alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil