Airbus A320 von Lufthansa: Auf Kurzstrecken wird derzeit eine reduzierte Reinigung getestet.

Kosten sparenLufthansa testet, Flugzeuge auf Kurzstrecken weniger zu reinigen

Weniger Reinigung, mehr Effizienz: Lufthansa erprobt derzeit ein neues Konzept für die Kabinenpflege. Auf ausgewählten Flügen wird die Economy Class nur noch punktuell gesäubert.

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Lufthansa testet auf Europa-Strecken ein neues Reinigungskonzept für die Economy Class. Wie aus einem internen Schreiben an die Crews hervorgeht, das aeroTELEGRAPH vorliegt, wird die deutsche Airline bei ausgewählten Flügen die Kabine weniger reinigen.

Der Test läuft seit dem 16. und bis zum 29. März auf rund 20 Strecken ab verschiedenen europäischen Stationen. Ziel ist es laut dem Dokument, «kommerzielle und operative Potenziale» eines sogenannten «Light Cleaning»-Konzepts zu prüfen. Konkret bedeutet das: Während Business und First Class weiterhin vollständig gereinigt werden, erfolgt in der Economy Class nur noch eine «bedarfsgerechte Reinigung», heißt es dort.

Waschräume werden nur noch auf Anfrage gereinigt

So werden beispielsweise nur noch auf Anfrage die Waschräume gereinigt und Abfall aus den Sitztaschen entfernt. Statt einer vollständigen Reinigung ist lediglich eine punktuelle «Spot-Cleaning»-Kontrolle vorgesehen. Die Crew schaut also, wo es notwendig erscheint und muss im Zweifel eine Reinigung anordnen.

Ausgenommen vom Test sind die großen Drehkreuze Frankfurt und München sowie sogenannte Night Stops. Dort bleibt es bei der gewohnten Reinigung. Auf Kurzstrecken und an Außenstationen hingegen will Lufthansa prüfen, ob sich mit reduziertem Aufwand Zeit und Kosten sparen lassen, insbesondere bei Flügen mit geringem Verschmutzungsgrad.

Lufthansa sammelt Crew-Feedback zur reduzierten Reinigung

Wie aeroTELEGRAPH weiß, wird auch die Art, wie die Mitarbeitenden des Reinigungspersonals zum Einsatz kommen, überprüft. So will die Airline etwa testen, ob sie statt vier nur noch zwei Personen an einer Außenstation einsetzen kann - allerdings reinigen diese zwei Personen dann zehn statt fünf Minuten lang das Flugzeug von Lufthansa.

Die Fluggesellschaft will die Ergebnisse nach dem Test umfassend auswerten, heißt es in dem Schreiben. Dabei sollen neben wirtschaftlichen Effekten auch die Kundenzufriedenheit und die Rückmeldungen der Crews eine Rolle spielen. Ob und in welcher Form das Konzept dauerhaft eingeführt wird, ist noch offen.

Eine Maßnahme von Lufthansa bereits wieder abgeschafft

Lufthansa erklärt die Notwendigkeit mit wirtschaftlichen Gründen. «Im Rahmen des Projekts Turnaround werden aktuell zahlreiche Prozessoptimierungen zur Steigerung der Effizienz und zum noch besseren Einsatz von Ressourcen geprüft», so ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH. Vorgabe sei dabei immer, dass das Erlebnis für die Fluggäste am Boden und an Bord auf hohem Niveau bleibe.

Tagesaktuell erhalte man dann Feedback verschiedener Bereiche, «vor allem unserer Crews». Wie genau das ausfällt, verrät die Fluglinie nicht. Aber wie aeroTELEGRAPH weiß, hat Lufthansa eine der Maßnahmen, die sie im Crewschreiben angekündigt hatte, nach den Rückmeldungen der Mitarbeitenden bereits wieder aufgehoben. Ursprünglich war nämlich auch vorgesehen, während des Tests in der Economy Class die Sitzgurte nicht mehr zurechtzulegen. Inzwischen sind beim Einsteigen wieder alle Sitzgurte gekreuzt.

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