Etihad Airways setzt verstärkt auf eine Reiseklasse, die bei vielen anderen Fluggesellschaften inzwischen selten geworden ist. Die Golfairline will in den kommenden fünf Jahren die Zahl ihrer First-Class-Sitze in der Flotte erhöhen. Einen wichtigen Beitrag dazu sollen die neuen Airbus A330 Neo leisten. Sie bekommen eine komplett neue Kabine, einschließlich einer First Class mit vier Suiten.
Die neuen Langstreckenjets werden mit insgesamt 280 Sitzen ausgestattet. Ganz vorne befinden sich die vier First-Class-Suiten mit verschließbaren Türen. Sie bieten genug Platz, damit ein zweiter Gast zum gemeinsamen Essen oder für Gespräche Platz nehmen kann. Hinzu kommen ein 32 Zoll großer Bildschirm, verschiedene Ablagen und eine von Etihad als Personal Powder Station bezeichnete Ausstattung mit Pflegeprodukten.
Auch Business Class im Airbus A330 Neo von Etihad verfügt über Sitze mit Türen
Dahinter folgen 24 Business-Class-Sitze. Sie lassen sich vollständig in ein flaches Bett verwandeln, verfügen ebenfalls über eine Tür und bieten direkten Zugang zum Gang. Die Economy Class umfasst 252 Plätze. 32 davon bieten rund zehn Zentimeter mehr Beinfreiheit.
Das sind die neuen Sitze von Etihad Airways
Die First Class im Airbus A321 LR: Etihad will die Klasse deutlich ausbauen.
Und das ist der Business-Class-Sitz im Airbus A330 Neo von Etihad. Er verfügt über eine Tür.
So wird die First-Class-Suite aussehen.
Natürlich mit einem Sitz, der sich in ein Bett verwandeln lässt.
Powder Room nennt Etihad diese Station mit Kosmetik in der First-Suite
So sieht der Sitz von der Seite aus.
Sowohl die First Class als auch die Business Class verfügen über Sitz mit Schiebetüren.
Der Airbus A330 Neo ist dabei nur ein Teil einer größeren First-Class-Strategie. Etihad hatte bereits beim Airbus A321 LR einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen und den Schmalrumpfjet mit zwei First-Class-Suiten sowie 14 Business-Class-Sitzen mit vollständig flachen Betten ausgestattet. Nach Angaben der Fluggesellschaft kommt das Konzept bei den Reisenden gut an. Passagiere würden Verbindungen mit dem A321 LR gezielt auswählen.
First Class soll bei Etihad eine wichtigere Rolle spielen
Nun will Etihad die First Class auf mehr Flugzeugen, Strecken und damit für mehr Reisende anbieten. Wie stark die Zahl der First-Sitze innerhalb der kommenden fünf Jahre steigen soll, beziffert die Airline allerdings nicht. Und selbst beim noch jungen A321-LR-Produkt ist die Entwicklung nicht abgeschlossen. Die Kabine soll im kommenden Jahr weiterentwickelt und optisch stärker an die neue Designsprache angepasst werden. Bei den First-Suiten soll unter anderem ein zusätzlicher Sichtschutz für mehr Privatsphäre sorgen.
Denn hinter den neuen A330-Neo-Sitzen steckt ein größerer Umbau. Etihad nennt das Konzept Beyond Borders. Damit will die Fluggesellschaft ihr Produkt über verschiedene Flugzeugmodelle hinweg stärker zusammenführen. Und das soll ausdrücklich nicht an der Flugzeugtür enden.
Auch außerhalb des Flugzeug soll sich das Kundenerlebnis verändern
Neben den Kabinen sollen nach und nach auch Lounges, Essen, Ausstattung an Bord, Angebote rund um das Wohlbefinden der Reisenden und die Konnektivität einbezogen werden. Die neue Gestaltung wird zunächst bei neuen Flugzeugen eingeführt und gelangt über Umbauprogramme auch in Teile der bestehenden Flotte, so Etihad.
Dafür nimmt Etihad viel Geld in die Hand. Insgesamt spricht die Fluggesellschaft von Investitionen von 20 Milliarden Dollar in neue Flugzeuge und das Kundenerlebnis. Davon ist eine Milliarde allein für die Modernisierung der bestehenden Flotte vorgesehen. Der Airbus A330 Neo wird damit zu einem der ersten großen Schaufenster für die neue Richtung. Gleichzeitig macht Etihad mit ihm und dem A321 LR deutlich, welche Rolle die First Class dabei spielen soll: Sie bleibt nicht einigen wenigen Prestigejets vorbehalten, sondern soll künftig auf mehr Flugzeugen und Strecken angeboten werden.
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