U Suite: Neues Konzept von Airbus.

U SuiteAirbus plant gegenüberliegende Sitze - mit einem Rollstuhl dazwischen

Der Flugzeugbauer will es möglich machen, dass Reisende in ihrem eigenen elektrisch angetriebenen Rollstuhl an Bord dürfen. Das Konzept dazu heißt U Suite, funktioniert mit gegenüberliegenden Sitzen und verfügt auch über Nutzungsmöglichkeiten ohne Rollstuhl.

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Wer im Rollstuhl sitzt, muss diesen oft am Flugzeugeingang abgeben und auf einen schmalen Bordrollstuhl umsteigen. Der eigene Rollstuhl wird derweil im Frachtraum transportiert - und das übersteht laut Airbus jeder zehnte Rollstuhl nicht unbeschädigt. «Allein an US-Flughäfen werden jährlich über 10.000 Rollstühle beschädigt», so der Flugzeugbauer.

«Da der eigene Rollstuhl für die alltägliche Mobilität eine unverzichtbare Erweiterung des eigenen Körpers darstellt, ist die Nutzung eines Flughafenrollstuhls eine wirklich unangenehme Erfahrung», erklärt Dirk Thalheim, Airbus-Ingenieur und selbst Rollstuhlfahrer. Der Konzern arbeitet an einer Lösung, bei der der eigene Rollstuhl mit an Bord darf.

Rollstuhl in der Mitte - aber auch andere Möglichkeiten

Diese Lösung heißt U Suite. Sie besteht aus drei Sitzen und zwei gegenüberliegenden Sitzen. In der Mitte dieser «Suite» kann ein elektrisch angetriebener Rollstuhl am Kabinenboden befestigt werden. Aber was ist, wenn kein Rollstuhl mit an Bord muss? Für diesen Fall hat sich Airbus andere Nutzungsmöglichkeiten für die U Suite überlegt.

U Suite als Schlafoption.

So kann etwa eine Liegefläche zwischen den gegenüberliegenden Sitzen geschaffen werden, auf der ein Kind schläft, das mit seiner Familie in der U Suite reist. Oder es wird ein Tisch installiert, an dem zusammenreisende Geschäftsleute ein Meeting abhalten können. Oder ein Assistenzhund findet dort am Boden Platz, direkt vor der Person, mit der er reist.

U Suite als Arbeitsecke.

Erster Test fand an Bord eines Airbus A350 statt

Die Sitze selbst haben starre Rücklehnen und ausklappbare Sitzflächen. Sie erinnern an die Sitze der Kabinencrew und dürften für Fluggäste eher nicht für lange Flüge geeignet sein.

Airbus arbeitet an dem Konzept zusammen mit den Firmen AMF Bruns (Fahrzeugtechnik für Menschen mit Behinderung), Ipeco (Flugzeugsitze) und Sunrise Medical (Rollstühle). Im März 2026 testete der Konzern das Haltesystem für den Rollstuhl erstmals auf einem echten Flug an Bord eines A350-Testfliegers. Der Passagier im Rollstuhl war Dirk Thalheim. Der gesamte Demonstrator der U Suite inklusive der Sitze soll später getestet werden.

Airbus würde U Suite gerne ab 2032 ausliefern

Aktuell präsentiert Airbus die U Suite auf der Kabinenmesse AIX in Hamburg. Dort zeigt der Konzern das Konzept seinen Kunden und Partnern und holt sich Feedback ein.

U-Suite-Demonstrator auf der AIX.

«Airbus arbeitet mit den Luftfahrtbehörden an einem Zertifizierungsverfahren für alle Elemente, die für den sicheren Betrieb von Passagierrollstühlen während der Reise erforderlich sind», schreibt der Konzern zum weiteren Vorgehen. Eine mögliche erste Auslieferung der U Suite peilt der Flugzeugbauer für das Jahr 2032 an.

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