Die MD11 von Lufthansa Cargo: Totalschaden (Indentifikationsmerkmale von der Behörde eingeschwärzt).

Kritik an den Lufthansa-Piloten

Im Juli 2010 zerbrach eine Frachtmaschine in Riad und fing Feuer. Nun liegt der Schlussbericht der Behörde vor.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Mehr als zwei Stunden später als geplant hob Flug LH8460 in Frankfurt am Main ab. Die MD-11 mit der Immatrikulation D-ALCQ von Lufthansa Cargo startete an jenem 27. Juli 2010 schließlich um 3:32 Uhr, um das Ziel King Khalid International Airport in Riad anzusteuern. An Bord befanden sich 79,2 Tonnen Fracht und zwei Besatzungsmitglieder - ein Pilot mit mehr als 8000 Flugstunden Erfahrung und ein Kopilot mit über 3000 Stunden. Der Pilot beschloss, dem jüngeren Kollegen die Steuerung auf diesem Standardflug zu übergeben. In den nächsten Stunden passierte denn auch nichts Außergewöhnliches. Beide Crewmitglieder machten unterwegs noch ein Nickerchen von je 30 Minuten, wie das das Reglement vorsieht. Um zirka 11:30 Uhr Lokalzeit erhielten sie die Erlaubnis zur Landung - verhängnisvolle Minuten folgten.

Die Sicht am Flughafen der saudischen Hauptstadt war an jenem Tag gut. Die Crew begann die Landung einzuleiten. Der Kopilot machte dabei aber einen folgenschweren Fehler. Er leitet den sogenannten Flare zu spät ein - die Phase beim Absetzen, in der die Nase des Flugzeuges nochmals ein paar wenige Grad gehoben wird, um die Sinkgeschwindigkeit zu bremsen. Das ermöglicht eine sanftere Landung. Die Folge war, dass die MD-11 sehr hart aufschlug und aufsprang (Bounce). Das Unglück wäre in dieser Situation noch zu verhindern gewesen, schreibt die General Authority of Civil Aviation des Königreichs Saudi Arabien in ihrem Schlussbericht zum Unfall, der nun veröffentlicht wurde.

Pilot griff plötzlich ein

Der Pilot drückte nun das Steuerhorn stark nach vorne. Vielleicht habe er nicht realisiert, dass die Maschine aufgesprungen sei und das Vorderrad sich nicht am Boden befunden habe, schreibt die Untersuchungsbehörde in ihrem Bericht. Die Folge war, dass die MD-11 erneut aufsprang. Beide Piloten reagierten auf das erneute missglückte Absetzen mit gleichzeitigen Manipulationen am Steuerknüppel. Der Pilot zog dabei am Steuerhorn. Nochmals schlug die Maschine hart am Boden auf. Durch die Sequenz in dieser harten Landung brach das vordere Fahrwerk und die Maschine verließ die Piste. Der Rumpf zerbrach. Dabei wurde auch der Tank beschädigt. Kerosin entzündete sich und ein heftiges Feuer brach aus. Zum Glück ging am Ende aber alles den Umständen entsprechend glimpflich aus. Der Pilot erlitt nur leichte, der Kopilot schwere Verletzungen. Das Flugzeug allerdings erlitt einen Totalschaden.

Die von der deutschen unterstützte saudische Untersuchungsbehörde kritisiert, dass der Flugkapitän eigenständig in die Steuerung eingegriffen habe. Er habe nach dem ersten harten Aufsetzen klar betonen müssen «I have control» («Ich übernehme»). So aber betätigten beide Crewmitglieder gleichzeitig und nicht immer gleichgerichtet die Steuerung. Die Folgerung der Behörde: «Die korrekte Landetechnik und die Prozeduren zur Korrektur eines Bounce wurde nicht angewendet».



Mehr zum Thema

D-AIHY: Der Airbus A340-600 von Lufthansa steht jetzt in Düsseldrof - wie die drei anderen Exemplare auch.

Düsseldorf ist jetzt temporäres Museum für Airbus A340-600 von Lufthansa

Airbus A340-600 Lufthansa

Die vier letzten Airbus A340-600 von Lufthansa in Düsseldorf

ticker-lufthansa

Das sind die neuen Ziele von Lufthansa im Sommerflugplan 2027

ticker-lufthansa

Lufthansa veröffentlicht weitere Flugtage für A350-1000

Video

latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack