Letzte Aktualisierung: um 12:41 Uhr

Rosaviatsiya im Krisenmodus

Fehlende Überfluggebühren zwingen russische Luftfahrtbehörde zu Sparkurs

Die Sperrung des russischen Luftraums bedeutet für westliche Airlines Umwege und Zusatzkosten. Für Russland bedeutet sie fehlende Einnahmen. Daher muss die Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya den Gürtel enger schnallen.

300.000 Flüge führten 2019 durch den russischen Luftraum. Inzwischen ist der vom Kreml für westliche Fluggesellschaften gesperrt – als Gegenreaktion auf die westlichen Sanktionen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Das hat Folgen für British Airways, Finnair, Lufthansa und Co.

So wurde die Strecke zwischen Helsinki und Shanghai wegen der russischen Luftraumsperrung rund 3200 Kilometer länger. Das bedeutet rund drei Stunden zusätzliche Flugzeit. Für Lufthansa ist Peking heute etwa 1200 Kilometer weiter entfernt als vor dem Krieg und den Sanktionen.

Teuere Umwege, …

Entsprechend mehr Treibstoff müssen die Fluggesellschaften mitführen. Das bedeutet enorme Zusatzkosten und macht viele Strecken unrentabel. Lufthansa sprach im Frühjahr 2022 von einem einstelligen Millionenbetrag, der monatlich zusätzlich anfalle.

Der Weltluftfahrtverband Iata forderte deshalb bereits Verhandlungen mit Russland über eine Wiederöffnung des Luftraums. Denn während westliche Airlines den Einschränkungen unterliegen, fliegen chinesische weiterhin über russisches Gebiet. Und dadurch haben sie einen großen Wettbewerbsvorteil. Der kommt besonders jetzt zum Tragen, da sich China nach den strikten Covid-19-Lockdowns öffnet und die Nachfrage nach Flügen aus und in die Volksrepublik zurückkehrt.

… aber auch niedrigere Einnahmen

Die Sperrung des russischen Luftraums trifft aber nicht nur westliche Fluggesellschaften. Sie trifft auch Russland. Die Überflüge bescherten dem Land im Jahr 2019 Einnahmen von 1,6 Milliarden Euro. Denn jedes Mal, wenn British Airways, Finnair, Lufthansa und Co. über Russland flogen, fielen Gebühren an, die in die Kassen des Kremls und somit auch der Staatsairline Aeroflot flossen.

Wie sehr das schmerzt, zeigt, dass die russische Luftfahrtbehörde sparen muss. Es gebe keinen positiven Trend bei der Wiederaufnahme des Flugbetriebs, so Rosaviatsiya gemäß dem Portal Rus Tourism News. Sie ordnete deshalb einen Einstellungsstopp für alle Berufsgruppen an, einschließlich Fluglotsinnen und Fluglotsen und Fachleute für die Wartung von Funkanlagen und Kommunikationseinrichtungen.

«Anti-Krisen-Maßnahme»

Rosaviatsiya spricht selbst von einer «Anti-Krisen-Maßnahme». Sie sei wegen der Verschlechterung der finanziellen und wirtschaftlichen Lage des Unternehmens nötig geworden, die eine Folge der westlichen Sanktionen sei.