Flugzeuge am Flughafen Rio de Janeiro–Antônio Carlos Jobim: Neue Strommasten haben Auswirkungen auf den Luftverkehr.

Auf ZufahrtsstraßeFalsch installierte Masten behindern Anflüge in Rio de Janeiro

In Rio de Janeiro wurde ein Problem gelöst und damit ein anderes geschaffen. Neue Masten behindern den An- und Abflug am größten Flughafen der Stadt.

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Wenn Verwaltungen etwas beschließen oder bauen, was keinen Sinn ergibt, spricht man umgangssprachlich von einem Schildbürgerstreich. Die Geschichte der Schildbürger enthält viele kleine Erzählungen, die als Schildbürgerstreiche berühmt wurden und als Höhepunkt der Schwankliteratur aus dem 16. Jahrhundert gelten.

Besonders bekannt geworden sind die Schildbürger für unsinnige Bauprojekte. In ihrer wohl berühmtesten Geschichte bauten sie ein Rathaus und vergaßen die Fenster. Um Licht zu bekommen, entfernten die Schildbürger das Dach, nur um festzustellen, dass es dann hineinregnete.

Schildbürger in Rio de Janeiro

Auch 500 Jahre später kommt es weltweit zu Projekten, die das Label Schildbürgerstreich verdienen. Das jüngste Beispiel betrifft den größten Flughafen Rio de Janeiros, der von den großen internationalen Airlines wie Lufthansa, Air France, oder British Airways angeflogen wird. Derzeit kann am Airport Galeão eine Start- und Landebahn nur eingeschränkt genutzt werden. Direkt vor dem Flughafengelände wurden Strommasten installiert, die eine sichere Landung auf der Piste 15/33 nicht mehr in allen Fällen ermöglichen, berichtet das Portal Aeroin.

Der Grund: Die elf Masten sind mit 13 Metern schlicht zu hoch. Installiert wurden die Freileitungsmasten vom Anbieter Light, um die Stromausfälle in der Gegend um den Flughafen Galeão zu minimieren. In den vergangenen Tagen etwa ist die Klimaanlage des Flughafens mehrfach ausgefallen. Die neuen Masten vestoßen allerdings nun gegen den grundlegenden Schutzzonenplan des Flughafens.

Piste künstlich verkürzt

Um eine Sperrung der Piste zu verhindern, hat die brasilianische Luftfahrtbehörde die Landeschwellen auf der Piste verlegt und in einem Notam ( Notice to Air Missions) darüber informiert. Verboten sind Starts- Landungen auf der Schwelle 33 und der gegenüberliegenden Schwelle 15.

Victer Wagner, der verantwortliche Ingenieur für die Installation der Strommasten, bezeichnete die Sperrung der Piste gegenüber der Zeitung Diario do Rio als «Alarmismus». Laut Wagner handelt es sich um eine 3,2 Kilometer lange Landebahn, und eine Verkürzung habe keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit.

Verlagerung auf die zweite Piste

Die Änderung führt dazu, dass die zweite Piste vermehrt genutzt wird. Allerdings sind die Rollzeiten zur vier Kilometer langen Piste deutlich länger. Mit der Installation der Masten wurde ein Problem geschlossen und ein weiteres geschaffen. Ganz in der Tradition der Schildbürger.

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