Betankung eines Fliegers: Damit Explosionen vermieden werden, wird Stickstoff eingesetzt.

Millionenstrafe für Boeing

Der Flugzeugbauer informierte seine Kunden zu spät über nötige Sicherheitsmaßnahmen. Das kommt ihn teuer zu stehen.

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TWA-Flug 800 war einer der schlimmsten Unfälle in der amerikanischen Luftfahrtgeschichte. Die Boeing B747 explodierte am 17. Juli 1996 knapp 12 Minuten nach dem Start in New York JFK in der Luft. Alle 230 Insassen des Fliegers von Trans World Airlines kamen ums Leben. Nach Jahren der Ermittlungen kamen die US-Behörden zu dem Schluss, dass eine Explosion des Treibstofftanks zu dem Unglück geführt hatte. Um Unfälle dieser Art in Zukunft zu vermeiden, trug die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Authority FAA allen Flugzeugproduzenten auf, alle Airlines über die nötigen Vorkehrungen und Änderungen zu informieren, die es braucht, um solche Explosionen der Treibstofftanks zu verhindern. Bis zum 27. Dezember 2010 hatten sie dafür Zeit.

Ausgerechnet Boeing verfehlte aber diesen Termin. 301 Tage zu spät kamen die Anordnungen für Änderungen an den B747, sogar 406 Tage waren es bei den B757. Laut der FAA hielten andere Hersteller die angeordneten Fristen ein, Boeing verpasste sie. Dafür erhielt der Konzern nun die zweithöchste Strafe, welche die FAA jemals aussprach. 13,5 Millionen Dollar muss der Flugzeugbauer zahlen.

Bauweise und Service überarbeiten

Die FAA hatte von den Produzenten verlangt, sowohl Änderungen an der Bauweise als auch solche bei Wartung und Service zu erarbeiten. Lange Zeit hieß es, dass es für das Problem der Explosionen schlicht keine technische Lösung gebe. Doch nach jahrelanger Forschung fand die FAA eine, welche die Tanks vor Überhitzung und Explosionen schützt. Die Tanks werden, wenn sie leerer werden, mit Stickstoff gefüllt, was eine Explosion unwahrscheinlicher macht. Seit 2008 seien laut Boeing alle B737 mit dem System ausgestattet worden, seit 2010 ganz alle Flieger, welche die Werke verlassen.

Bei Boeing will man sich nun mit der Strafe genauer beschäftigen und dann erst dazu äußern, berichtet die amerikanische Nachrichtenagentur AP. Die höchste Strafe der Behörde betrug 24,2 Millionen Dollar. Die FAA brummte sie American Airlines auf, weil die Fluggesellschaft Reparaturen an ihren Fliegern nicht vorgenommen hatte. Obwohl die FAA die Strafe bereits vor zwei Jahren aussprach, verhandelt American noch heute über die genaue Höhe.

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