David BowieZiggy Stardust reiste nicht im Flugzeug

David Bowie ist tot. Ein kleines Detail in seiner Karriere war seine extreme Flugangst. Die wirkte sich unter anderem auf die Ziggy-Stardust-Tour aus.

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David Bowie beeinflusste das Musikbusiness über die Jahrzehnte hinweg wie kaum ein anderer Musiker. Durch seine epischen Auftritte, sein immer neues Erscheinungsbild und natürlich durch die geniale Musik schaffte er es, sich eine Aura des Übermenschlichen zuzulegen – und trotzdem auf dem Boden zu bleiben. Das Übermenschliche war es aber wohl auch, was dazu führte, dass viele Fans es kaum glauben konnten, als bekannt wurde, dass Bowie am Sonntag (10. Januar) nach einem 18-monatigen Kampf gegen den Krebs verstorben ist.

«Bowie kann nicht sterben», so etwa eine Twitter-Nutzerin kurz nach dem Bekanntwerden der traurigen Nachricht. Dabei hatte Bowie, der mit bürgerlichem Namen David Jones hieß, eine ziemlich reale Angst vor dem Tod – zumindest früher. In den Siebzigerjahren wurde bekannt, dass der Sänger unter extremer Flugangst litt.

Kein PR-Gag

Zunächst vermuteten viele, dass das Danke nur ein Marketing-Gag war. Sein PR-Berater sollte die Störung erfunden haben, um Elvis zu kopieren. Der King of Rock ’n’ Roll hatte sehr große Angst vorm Fliegen. Mit der gleichen Phobie habe der Berater seinen Schützling Bowie in die Nähe des Superstars rücken wollen, behaupteten einige.

Doch damit taten sie ihm Unrecht. Bowie hatte tatsächlich starke Flugangst. Diverse Bandmitglieder bestätigten das, wie unter anderem im Buch «Bowie: The Biography» nachzulesen ist.  Und wie bei vielen unter Flugangst leidenden hat wohl auch ein schlimmes Ereignis damit zu tun gehabt. «Wir flogen nach Zypern in den Urlaub», erzählte Schlagzeuger Mick Woody Woodmansey einmal. «Da traf ein Blitz das Flugzeug. Er wurde bleich und kippte um». 

Bowie: «Wenn es fliegt, ist es der Tod»

Auch Pianist Charles Thomas Sean Mayes berichtete über die Flugangst. Einmal hätten sie in einem Flugzeug gesessen, als eine Verspätung wegen eines Motorenproblems angekündigt worden sei, so der Musiker. Bowie habe da gestammelt: «Oh mein Gott. Der Pilot ist betrunken und sie müssen ihn mit schwarzem Kaffee aufpäppeln.» Als die Maschine dann gestartet sei, habe sich Bowie bleichen Armen an den Lehnen festgekrallt. «Ich fliege nicht. Wenn es fliegt, ist es der Tod», soll Bowies feste Meinung gewesen sein.

Die Angst wirkte sich in den Siebzigerjahren auch auf die Ziggy-Stardust-Tour aus. Bowie absolvierte sie mit Schiff, Bus und Zug. So reiste er etwa mit einem Passagierschiff von Großbritannien in die USA, fuhr in den Vereinigten Staaten mit dem Zug herum und reiste schließlich mit dem Schiff weiter nach Japan. Und von Nippon reiste er per Schiff nach Wladiwostok weiter, wo er die Transsibirische Eisenbahn nahm, um zurück nach Europa zu gelangen.

Später flog Bowie wieder

Der Karriere des Exzentrikers und genialen Musikers tat die Flugangst keinen Abbruch. Und er überwand sie zunehmend. Schon Ende der Siebzigerjahre reiste er wieder mit dem Flugzeug durch die Welt, auch wenn er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wieder mehr Angst gehabt haben soll.

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