Flugzeugcockpit: Noch reicht eine Person nicht aus.

Umdenken bei EasaEU rudert beim Thema Ein-Personen-Cockpit zurück

Lange verfolgte die EU-Luftfahrtsicherheitsbehörde einen Kurs, der das Ein-Personen-Cockpit vorantrieb. An der Einstellung der Easa hat sich jetzt etwas geändert. Den Gewerkschaften ist das aber noch nicht genug.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Emco - die vier Buchstaben sind mehr als nur irgendeine Abkürzung. Sie stehen für ein äußerst emotionales Thema im Luftverkehr. Extended Minimum Crew Operations lautet der Begriff ausgeschrieben. Er definiert Einsätze, bei denen die Flugzeit durch Ruhezeiten im Flug mit der Mindestflugbesatzung verlängert wird. Das könnte auch heißen, dass für eine längere Zeit nur eine Person im Cockpit sitzt.

Gewerkschaften stößt das schon lange sauer auf. Entsprechend gingen sie weltweit gegen das Thema auf die Barrikaden. «Was, wenn es zwei Notfälle gibt», lautete etwa eine Kampagne. Zu sehen war ein Klo im Cockpit. Denn unter anderem stellt sich die Frage: Was passiert, wenn die eine verbleibende Person mal muss? Die WC-Frage ist nur ein Punkt, in dem noch Klärungen nötig sind, bevor es tatsächlich so etwas wie ein Ein-Personen-Cockpit gibt.

Easa passte Plan für die Flugsicherheit an

Auf der anderen Seite stehen Flugzeugbauer und Fluglinien. Für sie würde Emco niedrigere Kosten bedeuten, weil im Zweifel weniger Cockpitpersonal eingeplant werden muss. Airbus hat bereits einen A350-1000 als Testflugzeug mit Systemen ausgestattet, die die Arbeit der Pilotinnen und Piloten unterstützen und auch in Notfällen zusätzlich eingreifen können. Alle argumentieren: Niemals würde man bei der Sicherheit Abstriche machen. Die Gewerkschaften sind davon nicht überzeugt.

Einen Teilerfolg haben sie jetzt errungen. Denn zuletzt war die EU-Luftfahrtsicherheitsbehörde Easa noch positiv gegenüber dem Ein-Personen-Cockpit eingestellt und stellte die Weichen, die Technologie zu ermöglichen. Jetzt hat sie in ihrer routinemäßigen jährlichen Überarbeitung des Europäischen Plans für die Flugsicherheit eine Anpassung vorgenommen - und rudert zurück, wie zuerst das Portal Politico bemerkte.

Eine weitere regulatorische Hürde

Die Agentur fügte sogar eine zusätzliche regulatorische Hürde hinzu. In der Aktualisierung teilt die Easa mit, dass sie eine Studie zur Bewertung der Auswirkungen neuer fortschrittlicher Cockpittechnologien «in die Wege leiten und einen Regulierungsrahmen vorschlagen wird, der die sichere Integration intelligenter Cockpits in den kommerziellen Luftverkehr gewährleistet.»

In der vorangegangenen Veröffentlichung hatte es geheißen, dass man Regeln entwickeln werde, die eine «sichere Umsetzung von Emco» ermöglichen würden. Jetzt ist nur noch von intelligenter Cockpittechnologie die Rede.

Easa: «Sicherheit an erster Stelle»

Die Behörde erklärt gegenüber Politico die Änderung als Teil ihrer Bemühungen, jeden Zweifel daran auszuräumen, dass die Sicherheit an erster Stelle steht. «Die Easa hat im November letzten Jahres ihren Ansatz für das Emco-Konzept klargestellt, um allen Beteiligten deutlich zu machen, dass die Sicherheit an erster Stelle steht und durch jegliche Änderungen am Cockpit oder am Betrieb verbessert werden muss», so eine Sprecherin.

Daher mache man jetzt deutlich, «dass wir uns zunächst auf die Bewertung der Entwicklung und des Einsatzes solcher fortschrittlichen Cockpittechnologien konzentrieren werden», sagte Sprecherin Janet Northcote. Easa-Chef Florian Guillermet geht damit offenbar einen vorsichtigeren Weg als sein Vorgänger Patrick Ky, welcher der Easa zehn Jahre vorstand. Zwischenzeitlich hatte noch sieben Monate lang Luc Tytgat als Interimschef fungiert.

Gewerkschaft nur mäßig überzeugt

Der europäische Verband der Pilotinnen und Piloten ist dennoch nicht zufrieden. Das Betriebskonzept, während des Reisefluges mit nur einem Besatzungsmitglied im Cockpit zu fliegen, werde weiterhin ausdrücklich erwähnt, so Tanja Harter, Präsidentin der European Cockpit Association. «Hersteller und bestimmte Fluggesellschaften werden weiter darauf drängen, aber die Regulierungsbehörden müssen sich weiterhin auf die Sicherheit konzentrieren.»

ECA-Kampagne: WC im Cockpit? 

Mehr zum Thema

Zwei Personen im Cockpit: Wie lange bleibt das noch so?

Pilotinnen und Piloten kämpfen gegen Ein-Personen-Cockpit

Embraer Konzept für einen Businessjet ohne Pilot oder Pilotin: Der Hersteller ...

Embraer präsentiert Konzept für autonomen Businessjet

Flughafen Fagernes, rund 200 Kilometer nordwestlich von Oslo: Diese Fahrzeuge fahren autonom.

Diese Räumfahrzeuge brauchen keine Fahrer

Airbus A320 Neo: Der Fehler liegt nicht bei den Herstellern der Triebwerke.

Warum sich Triebwerke von Airbus-Jets ungewollt abschalten - und was nun passiert

Video

«Habe a nice trip»: Liebe Botschaft vor Abflug.
Manchmal braucht es für einen besonderen Abschied nicht mehr als Wasser und ein bisschen Kreativität. Das bewies nun ein Mitarbeiter von Japan Airlines.
Redaktion
airbus a380 flightlab 2 jayn
Airbus hat einen A380 aus Abu Dhabi zurück nach Europa geholt und ihm in Irland eine neue Lackierung verpasst. Bevor er für Triebwerkstests umgerüstet wird, absolvierte der Riesenflieger nun einen tiefen Überflug über den Flughafen Toulouse-Blagnac.
Timo Nowack
Timo Nowack
Designentwurf der Hydra: Der Entwurf von Studierenden der TU Berlin hat die DLR Design Challenge gewonnen.
Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Zumindest bei der Hydra aus der Sage. Beim gleichnamigen Flugzeugkonzept der TU Berlin lässt sich der Antriebsstrang einfach austauschen. Damit haben die Studierenden nun einen renommierten Wettbewerb gewonnen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies