Unglück über der Ukraine: Beim Absturz der MH17 kamen 298 Menschen ums Leben.

Nach MH17Airlines wollen Überflüge koordinieren

Der Abschuss von Flug MH17 schockierte die Branche. Nun sollen internationale Organisationen wie die Icao oder Iata Überflüge über Krisenherde freigeben.

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Behörden und Organisationen arbeiten in der Regel eher gemächlich. Und daher ist es nicht erstaunlich, dass bei der Dringlichkeitssitzung der Internationalen Luftfahrtorganisation Icao von dieser Woche erst einmal eine Taskforce gebildet wurde. Sie soll nach dem Absturz der Boeing 777 von Malaysia Airlines über der Ukraine neue Sicherheitsstandards für den Überflug von Krisengebieten erarbeiten. Dabei gehe es auch darum, Informationen zu sammeln und an die Airlines weiterzugeben, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Bislang hat die Icao wenig Einfluss und ist nicht in der Lage, Lufträume zu sperren. Stattdessen sind die einzelnen Mitgliedsländer zuständig für ihren Luftraum und zeigen wenig Begeisterung, diesen Zustand zu ändern. Schließlich sind die Risiken klein und erhalten sie auch Überflugsgebühren. Auch der Austausch von Sicherheitsinformationen gestaltet sich schwierig, da diese häufig auf Erkenntnissen von Geheimdiensten beruhen. Viele sind Länder nicht bereit, diese auf breiter Ebene zu teilen.

Emirates prescht vor

Das weiß auch Iata-Chef Tony Tyler und appelliert an die Staaten: «Die Länder haben eine moralische Verpflichtung, sicherzustellen, dass unschuldige Menschen nicht gefährdet werden», erklärte er bei einer Pressekonferenz am Rande der Icao-Sitzung. Der Absturz der MH17 zeige, dass es Lücken im heutigen System gebe. Die müssten nun geschlossen werden.

Unterdessen prescht Emirates vor: Die Airline fordert, dass eine neue Organisation - möglicherweise angesiedelt bei der Iata - Sicherheitsinformationen sammelt und den Airlines zur Verfügung stellt, darunter auch Flugempfehlungen über Krisenherde. MH17 habe «alles geändert» und die Airlines müssten nun ihre Informationen miteinander teilen. Emirates selbst wird nach dem MH17-Unglück nicht mehr über den Irak fliegen, wo es derzeit heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den islamistischen Isis-Rebellen gibt. Man habe keine Informationen, dass die Rebellen, Luft-Boden-Raketen besäßen. Aber man wolle die Passagiere beruhigen, erklärte Emirates-Chef Tim Clark gegenüber der Financial Times.

Malaysia Airlines verteidigt sich

Zuvor hatte auch Malaysia Airlines eine Überarbeitung der Richtlinien zur Flugsicherheit gefordert. Die Beurteilung der Sicherheit von Flugrouten dürfe nicht länger im Ermessen und der Verantwortung der Fluggesellschaften liegen, erklärte Verkaufschef Hugh Dunleavy gegenüber dem britischen Telegraph. Zugleich verteidigte er die Entscheidung, über die Ukraine geflogen zu sein, als andere Airlines bereits darauf verzichtet hatten. Die Route sei sowohl von der ukrainischen Luftfahrtaufsicht als auch von Eurocontrol gebilligt worden.

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