Airbus A320-233 von Aigle Azur: Neue Großaktionärin.

Aigle Azur wettet auf China

Der Einstieg der chinesischen Hainan Airlines bei der traditionsreichen französischen Fluglinie könnte für beide Partner zum Glücksfall werden.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die wundersame Geschichte des Aufstiegs von Aigle Azur begann 1977. Damals kam Arezki Idjerouidene mittellos in Paris an. Der algerische Immigrant fand aber bald Arbeit in einem Reisebüro. Er arbeitete sich hoch und wurde mit einer Frachtabteilung betraut. Sie spezialisierte sich auf den Transport von Zeitungen aus der Heimat nach Frankreich. Mit umgerechnet 3000 Euro machte er sich 16 Jahre später selbstständig und übernahm das Geschäft. Sein Fachtunternehmen Gofast wuchs kräftig und generierte gute Gewinne. So viel, dass Idjerouidene 2001 die 1946 gegründete und damit älteste Fluggesellschaft Frankreichs kaufen konnte. Heute besitzt seine Aigle Azur eine Flotte von zwölf Maschinen aus Airbus' A320-Familie.

Letzte Woche kam es nun zur Zeitenwende bei Aigle Azur. Idjerouidene verkaufte nach fast zweijährigen Verhandlungen 48 Prozent des Unternehmens an die chinesische HNA Group, zu der neben Hainan Airlines auch China Xinhua Airlines, Hong Kong Airlines und Chang An Airlines gehören. Die Stärke der französischen Airline sind die Nischen. Sie bietet Flüge nach Algerien, Mali, Portugal, Russland und Tunesien an. Da und dort wurde deshalb kaum ein Sinn hinter dem Einsteig gesehen. Doch der Konjunktureinbruch, das teure Kerosin und die zunehmende Konkurrenz gehen auch an der französischen Fluglinie nicht spurlos vorbei. «Die Situation auf der Kurzstrecke ist kurzfristig sehr schwierig», sagte Meziane Idjerouidene, operativer Aigle-Azur-Leiter und Sohn des Firmengründers, dem französischen Magazin Challenges. Schuld seien die Billigflieger. Und Aigle Azur suche keine Lowcost-Strategie. Deshalb musste etwas geschehen. Da kam Hainan wie gerufen.

Wertvolle Landerechte

Für die Aigle-Azur-Führung ist es der einzig gangbare Weg, die Langstrecke zu lancieren. «Da tut sich ein neuer Horizont auf, vor allem mit der baldigen Eröffnung von Flügen nach Peking», ergänzte Patron Arezki Idjerouidene am Dienstag (23. Oktober) vor den Medien. Innerhalb von fünf Jahren sollen die China-Flüge bereits mehr einbringen als die Mittelstrecken. Hainan Airlines kommt als interessanter Zubringer hinzu, welcher Touristen und Geschäftsleute aus China nach Paris bringt, von wo sie ab und zu auch mal auf Aigle-Azur-Flieger umsteigen werden. Schließlich investieren gerade chinesische Unternehmen stark in Afrika, wo die französische Fluglinie stark ist.

Doch für Hainan geht es um mehr. Aigle Azur besitzt wertvolle Landerechte in Paris Orly. Der Flughafen liegt deutlich näher am Stadtzentrum und ist fast besser erschlossen als Paris Charles de Gaulle. Deshalb könnte Orly für Hainan zu einer interessanten Alternative als Einfallstor nach Europa werden.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier