Flughafen Berlin-Tegel: Der bisherige Hauptflughafen Berlins soll für zwei Monate in Zwangspause gehen.

Zu wenig VerkehrFlughafen Tegel schließt für zwei Monate

Der Aufsichtsrat der Berliner Flughafengesellschaft einigte sich nach langer Uneinigkeit für eine temporäre Schließung Tegels.

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Eben gab die Bauaufsichtsbehörde grünes Licht für die Eröffnung des Terminals 1 des neuen Berliner Flughafens BER. Nach einer neunjährigen Verspätungsserie ist der angepeilte Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 damit definitiv sicher. Unsicherer sind die Aussichten für den bisherigen Berliner Hauptflughafen Tegel.

Die Berliner Flughafengesellschaft FBB teilte am Mittwochabend (29. April) auf einer Pressekonferenz mit, dass der Aufsichtsrat mit «großer Mehrheit» einer vorzeitigen Schließung für den Flughafen Tegel zugestimmt hat. Bundesregierung sowie die Bundesländer Brandenburg und Berlin stimmten als Flughafeneigentümer den Plänen ebenfalls zu. Nun wird eine Befreiung von der Betriebspflicht beantragt. Stimmt das Luftfahrtbundesamt dem Antrag zu, wird der gesamte Berliner Flugverkehr für zwei Monate nach Schönefeld verlegt.

Nachtflugerlaubnis und Frachtbereich als Pluspunkte

Wann Tegel für 60 Tage geschlossen werden soll, ist noch unklar. Mitte Mai will der Aufsichtsrat weitere Details festlegen. Aufgrund der Agenda ist jedoch eine Schließung ab Juni absehbar. Für eine Konzentration des Flugverkehrs in Schönefeld sprechen laut BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup mehrere Gründe.

Im Gegensatz zu Tegel verfügt Schönefeld über keine Nachtflugbeschränkungen. Ebenso sind an dem Flughafen im Süden der deutschen Hauptstadt ein Medizinzentrum sowie ein Frachtbereich vorhanden. Der direkte Standort neben dem künftigen Hauptflughafen spricht ebenfalls für die Entscheidung, Schönefeld gegenüber Tegel vorzuziehen.

Lange Uneinigkeit beendet

Auch die temporäre Verlegung der Flugbereitschaft ist vorgesehen. Tegel soll jedoch noch für Hubschrauberflüge genutzt werden, so der BER-Chef. Für Regierungsflüge hat die Luftwaffe in Tegel drei mittlere Transporthubschrauber stationiert. Durch die Schließung Tegels verspricht sich die Berliner Flughafengesellschaft monatliche Einsparungen in Höhe von bis zu sechs Millionen Euro, berichtete der Sender RBB.

Mit der Zustimmung des Aufsichtstrates hat die Berliner Flughafengesellschaft einen wichtigen Schritt getan. Betreiber, Bund und Länder waren sich im Aufsichtsrat lange uneinig über eine Schließung Tegels. Bereits im vergangenen März kamen aus dem Berliner Senat Vorschläge, Tegel vorzeitig zu schließen und den verbleibenden Flugbetrieb nach Schönefeld zu verlagern.

Bundesregierung zu Tegel-Schließung umgestimmt

Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist der Flugverkehr in Tegel beinahe zum Erliegen gekommen. Eigentlich war der Wechsel des Betriebs zum 8. November vorgesehen - eine Woche nach dem Start des BER. Das Bundesverkehrsministerium sprach sich in den vergangenen Wochen gegen eine vorzeitige Schließung Tegels aus, da dieser für die Infrastruktur kritisch sei.

Jetzt sieht es danach aus, als würde Tegel im Juni und Juli schließen, um danach nochmals für drei Monate in Betrieb genommen zu werden. Sein Ende hat sich der 1948 eröffnete Airport sicherlich anders vorgestellt.

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Tegel entsteht als Folge der sowjetischen Blockade West-Berlins. 1948 baut die französische Besatzungsmacht mit US-amerikanischen Spezialisten und deutschen Arbeitskräften in 90 Tagen einen neuen Flugplatz. Er hat mit 2428 Metern die damals längste Start- und Landebahn Europas. Das Flugfeld hilft bei der Versorgung der Stadt.

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