Flieger von Kingfisher Airlines: Erhebliche Bedenken bei der Sicherheit.

Rätsel um verschwundenes Schreiben

Der Ex-Chef von Indiens Luftfahrtbehörde zweifelt schon länger an Kingfishers Sicherheit. Beweise dazu sind verschwunden.

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Bharat Bushan ist wütend. Am 10. Juli feuerte das Directorate General of Civil Aviation seinen damaligen Chef - nur einen Tag, nachdem dieser der maroden Kingfisher Airlines mit dem Entzug der Lizenz gedroht hatte. In einem Dokument hatte er massive Zweifel an der Sicherheit der Fluglinie kundgetan. Sie habe es nicht geschafft, den Sanierungsplan zu erfüllen. Die Gehälter von Angestellten seien immer noch nicht bezahlt worden. Ingenieure, Piloten, Flugbegleiter würden abwandern. Das beeinträchtige die Sicherheit enorm. Wenn es so weitergehe, sei es nicht mehr verantwortungsvoll, zu fliegen. Bushan gab der Fluglinie in dem Schreiben 15 Tage Zeit, um die Probleme zu lösen, wenn sie die Lizenz behalten wolle.

In den indischen Medien wurde nach seiner Entlassung spekuliert, ob diese mit dem angedrohten Aus von Kingfisher zu tun hatte. Der Brief verließ die Behörde nämlich nie. Bei Kingfisher hieß es, man habe ein solches Schreiben nie erhalten. Bushan wurde einen Tag nach Verfassen des Schreibens gefeuert, sein Nachfolger Prasant Sukul erklärte, von dem Abmahnungsbrief habe man bei der Zivilluftfahrtbehörde nichts gewusst. Auch die Regierung verneinte einen Zusammenhang zwischen Bushans Kündigung und dem Brief. Dennoch: Erst eine Woche zuvor hatte die Regierung seinen Vertrag erst verlängert. Unterschrieben hatte das auch der Aviatikminister Ajit Singh, der den Chef schließlich feuerte.

«Ernsthaftes Fehlverhalten»

Bushan besteht darauf, dass das Schreiben, welches Kingfishers Zukunft wohl besiegelt hätte, existiert. In einem weiteren Brief an seinen Nachfolger, der indischen Medien in die Hände gelangte, wirft er diesem vor, fälschlicherweise zu behaupten, die Abmahnung gebe es nicht. Es sei verantwortungslos, zu tun, als sei Kingfisher in einer nicht besorgniserregenden Lage. Bushat wirft dem neuen Chef des Directorate General of Civil Aviation daher «sehr ernsthaftes Fehlverhalten» vor. Das Schreiben habe man wohl verschwinden lassen. Er forderte die Regierung daher auf, den Fall zu untersuchen.

Umgerechnet etwa 165 Millionen Euro verlor Kingfisher Airlines zwischen Januar und März. Ein Jahr zuvor hatte der Verlust nur ein Viertel so viel betragen. Noch vor einem Jahr war Kingfisher die zweitgrößte Airline des Landes. Heute ist sie die kleinste. Von 20 Prozent fiel der Marktanteil auf nur rund fünf Prozent. Inzwischen fliegen nur noch 15 Flugzeuge für Kingfisher Airlines, ursprünglich war die Flotte fast 70 Flieger groß.

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