Airbus A319 von Easyjet: Zu schwer für den Start.

Easyjet: Zu viele Männer an Bord

Vier Passagiere der Billigfluglinie durften am Freitag in Liverpool nicht ins Flugzeug einsteigen – weil zuwenig Frauen ein Ticket nach Genf gekauft hatten.

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Die europäischen Sicherheitsrichtlinien sind eindeutig: Das Gewicht eines Mannes muss mit 88 Kilogramm veranschlagt werden, das einer Frau mit 70 Kilo und das von Kindern mit 35 Kilo. Aus diesen Durchschnittswerten errechnen Fluggesellschaften das Gesamtgewicht der Reisenden auf einem Flug. Zusammen mit dem Leergewicht des Jets selbst, dem getankten Treibstoff, der Fracht, dem Gepäck und dem angenommenen Gewicht des Handgepäcks ergibt sich am Ende das Startgewicht. Je nach Flugzeugtyp, Pistenlänge und Wetterverhältnisse darf es größer oder kleiner sein. Genau diese Berechnung wurde Easyjet nun zum Verhängnis.

Es kommt zwar grundsätzlich immer wieder mal vor, dass Flüge zu schwer beladen sind. Meist aber liegt es daran, dass Fluggesellschaften sie überbuchen. Schliesslich gibt es auch immer wieder Passagiere, die gar nicht erscheinen. In solchen Situationen fragen die Angestellten am Gate dann jeweils, ob sich Freiwillige melden, die einen späteren Flug nehmen – gegen eine Kompensationszahlung selbstverständlich. Oder sie lassen Fracht ausladen. Doch das hätte Easyjet am Freitag (18. Januar) am Flughafen John Lennon in Liverpool nicht geholfen. Es waren nämlich nicht zu viele Reisende auf den Flug nach Genf gebucht, sondern ganz zu viele männliche. 135 Männer wollten um 7:05 Uhr in die Schweiz fliegen und nur 19 Frauen, wie britische Medien berichten. Zudem wurde auch außergewöhnlich viel Handgepäck mitgeführt.

Freiwillige vor

Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern führte dazu, dass das Startgewicht weit über dem erlaubten Wert lag. Und so musste Easyjet Freiwillige finden, die sich umbuchen ließen. Ihnen wurde wie üblich auch 100 Pfund als Entschädigung angeboten. Auch dieses Mal habe man so vier Männer gefunden, die freiwillig später geflogen seien, sagte eine Sprecherin der britischen Zeitung The Independent.

Das Liverpool Echo hatte indes zuvor anderes berichtet und stützte sich dabei auf Berichte von Reisenden. Es hätten sich nicht genug Freiwillige gemeldet, erzählte Ingenieur Simon Lay der Zeitung. Um die verfahrene Situation zu beenden, hätten Passagiere im vorderen Teil des Airbus A319 dann von sich aus die Prämie auf 200 Pfund erhöht. Das habe geklappt.

Sammlung im Flugzeug?

Die Spender seien aber danach durch die Sitzreihen geschritten und hätten die Mitreisenden angefragt, ob sie sich an der Aktion beteiligten. «Ich warf zwei Pfund ein», sagte Lay. Andere hätten auch Fünf-Pfund-Scheine gegeben.

Welche Version auch stimmt: Die Geschichte zeigt, dass das Luftfahrtgeschäft eben wahrlich kein alltägliches ist.

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