Drohender Ausbruch in IslandDroht der europäischen Luftfahrt eine neues Eyjafjallajökull-Szenario?

2010 brach in Island ein Vulkan aus und legte die Luftfahrt tagelang lahm. Jetzt steht ein anderer Vulkan vor der Eruption. Was bedeutet das für die Branche?

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Für Nachrichtensprecherinnen und -sprecher rund um die Welt war es eine sprachliche Herausforderung. Eyjafjallajökull ging niemandem leicht über die Lippen. Für die Luftfahrt hingegen war das Problem größer und teurer. Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans am 14. April 2010 verteilte sich dessen Asche über weite Teile Europas.

Die Folge war, dass viele Länder den Flugbetrieb einstellten. Fünf Tage lang. Der Airline-Dachverband Iata schätzte damals, dass Fluggesellschaften wegen dem temporären Flugstopp 1,7 Milliarden Dollar an Einnahmen verloren haben. Hinzu kamen die Verluste der Flughäfen. Lufthansa alleine bezifferte ihren Schaden auf knapp 200 Millionen Euro.

Vulkanasche kann Systeme verstopfen, Klappen verkleben und Crew die Sicht nehmen

Viele befürchten, dass sich dieses Szenario jetzt wiederholt. Der isländische Wetterdienst hat in den vergangenen Tagen Hunderte von Erdbeben um die Hafenstadt Grindavik in Südwestisland festgestellt. Der Grund dafür ist, dass sich auf einer Länge von 15 Kilometern Magma unter der Oberfläche bewegt. Die Ortschaft musste deshalb evakuiert werden. Der Vulkan Thorbjörn (Isländisch: Þorbjörn) droht auszubrechen.

Karte der seismischen Bewegungen um Grindavik. Blaue-grüne Flächen bedeuten große Verschiebungen. Bild: Icelandic Met Office

Vulkanasche besteht aus sogenanntem pyroklastischem Sedimen. Es besteht aus auf weniger als zwei Millimeter zerkleinertem Gestein und Glas. Gelangt es in Triebwerke, kann das zu Fehlfunktionen und sogar einem Ausfall führen. Die Masse kann auch Wasser- und Treibstoffsysteme verstopfen, Klappen verkleben und sich auf der Cockpitscheibe festsetzen und der Crew die Sicht nehmen.

Vulkane anders gelegen

Doch ganz so schlimm wie 2010 dürfte es selbst bei einem großen Ausbruch nicht werden. «Die Lage und die Merkmale des Vulkans Eyjafjallajökull und des aktuellen Vulkans in der Nähe von Grindavik bedeuten, dass die Auswirkungen auf den Flugverkehr dieses Mal nicht so gravierend sein dürften», kommentiert Jonathan Porter, Chefmeteorologe von Accu Weather.

Der Eyjafjallajökull liege auf einer Höhe von rund 1700 Meter und sei von einem Gletscher bedeckt, erklärt er weiter. Die Aschewolke sei 2010 explosiver geworden, als die Lava mit der schmelzenden Eiskappe interagiert habe. «Der Vulkan in der Nähe von Grindavík ist nicht von einer Eiskappe umgeben», so Porter. Trotzdem warnt er: «Dennoch kann er Aschewolken in die Atmosphäre schleudern, die mit den Winden der oberen Luftschichten verbreitet werden können.»

Änderungen in Ausbruch kann Folgen haben

Obwohl es nicht so aussehe, als ob der Thorbjörn so große Auswirkungen auf den Flugverkehr in Europa haben wird wie der Eyjafjallajökull im Jahr 2010, müsse man wachsam sein. «Selbst kleine Unterschiede in den Besonderheiten eines Vulkanausbruchs und des daraus resultierenden Lavastroms können zu erheblichen Veränderungen der Umweltauswirkungen führen, sodass Reisende sich auf eine mögliche Kaskade von Flugausfällen und Verspätungen einstellen müssen», so Experte Porter.

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