Letzte Aktualisierung: um 12:26 Uhr

Forscher bestätigen Machbarkeit

Drittes Triebwerk am Heck soll Flugzeuge effizienter machen

Viele neue Antriebskonzepte zielen auf kleinere Flugzeuge ab. Jetzt gibt es eine Idee, die Flieger mit mehr als 300 Sitzen effizienter macht - und dafür bei Schiffen abguckt.

Bauhaus Luftfahrt

Visualisierung des Fliegers mit zusätzlichem Rumpfantrieb: Er wird elektrisch betrieben über Generatoren an den anderen Triebwerken.

Es ist eine neue Idee für den Antrieb. Forscher aus sechs europäischen Ländern haben in den vergangenen drei Jahren ein Konzept überprüft, das Flugzeuge effizienter und weniger klimaschädlich machen soll. Die Flieger haben dabei nicht nur die üblichen zwei Triebwerke unter den Tragflächen, sondern ein drittes am Ende des Rumpfes.

Dieses dritte Triebwerk wird elektrisch betrieben. Es saugt den Luftstrom um den Rumpf herum an und verwandelt ihn in zusätzlichen Schub. Dieser Rumpfantrieb wird über Generatoren an den Triebwerken unter den Tragflächen mit elektrischer Energie versorgt.

Vorbild Schiffsantriebe

Koordiniert hat die Forschung, die mit 3,7 Millionen Euro von der EU gefördert wurde, die Münchener Forschungseinrichtung Bauhaus Luftfahrt. Beteiligt waren Universitäten sowie als Industriepartner Airbus, MTU, Rolls-Royce und Siemens. Bauhaus Luftfahrt erklärt, man übertrage mit dem Konzept das physikalische Prinzip von Schiffsantrieben auf Flugzeuge.

Skizze des neuen Flugzeugs: Mehr Schub dank drittem Triebwerk. Bild: Bauhaus Luftfahrt.

«Schiffspropeller befinden sich in der Regel am hinteren Teil des Schiffes und werden in der Grenzschichtströmung nahe der Schiffsoberfläche betrieben», schreiben die Forschenden. Nun habe man nachgewiesen, das dies auch bei Flugzeugen machbar sei. Das Konzept, das sie Propulsive Fuselage Concept PFC nennen, habe das Potenzial, «eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung effizienterer und umweltfreundlicherer Flugzeuge der Zukunft zu spielen».

5 Prozent weniger Emissionen

Das «PFC-Flugzeug für 340 Passagiere erzeugt 4,7 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein ebenso fortschrittliches konventionelles Flugzeug», so Bauhaus Luftfahrt. Zudem sei es kompatibel mit anderen fortschrittlichen Technologien, einschließlich des Wasserstoffantriebs. Als Zeitplan ist die Rede von einer «Vision vom Fliegen im Jahr 2035».



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