Letzte Aktualisierung: 23:05 Uhr

Verstaatlichung

Drei Staatsfirmen sollen Alitalia übernehmen

Die populistische Regierung Italiens will Alitalia wieder zum Staatsbetrieb machen - mit Hilfe von drei staatlichen Konzernen.

Alitalia

1970 übernahm Alitalia ihre erste Boeing 747: Die neue Regierung will an die guten alten Zeiten der damaligen Staatsairline anknüpfen.

Die neue Regierung versucht eine eierlegende Wollmilchsau zu schaffen. «Eine Old-Style-Verstaatlichung ist nicht machbar», sagte Wirtschaftsminister Luigi Di Maio am Dienstag (7. August) in Rom. Das erlaubten verschiedene Gesetze der Europäischen Union nicht. «Es ist aber für diese Regierung klar, dass Alitalia ein staatliches Unternehmen bleiben muss, das sich an der produktiven italienischen Realität ausrichtet.»

Dazu will die Regierung der beiden Parteien Cinque Stelle und Lega Nord offenbar drei staatliche Konzerne dazu bewegen, Alitalia gemeinsam zu übernehmen. Der Wunsch ist dabei offenbar eine 100-Prozent-Kontrolle, wie die Zeitung La Stampa schreibt. Die Poste Italiane (Post), Ferrovie dello Stato (Bahn) und Cassa Depositi e Prestiti (staatliche Investitionsbank) sollen die nationale Fluggesellschaft kaufen.

Keine weiteren Steuergelder

Di Maio verspricht im Umfeld der Verstaatlichung sehr viel. Man werde keine Steuergelder mehr in Alitalia stecken, so der Wirtschaftsminister. «Das wurde schon zur Genüge getan.». Zugleich versichert er den italienischen Bürgern, dass die drei Partner «auf die politischen Sensibilitäten» Rücksicht nehmen und nicht nur auf die «Regeln der Wirtschaft» achten werden.

Alitalia gehört heute zu 49 Prozent Etihad Airways und zu 51 Prozent der Holding CAI – Compagnia Aerea Italiana. Die Mehrheitseigentümerin gehört wiederum der Bank Intesa Sanpaolo (20,6 Prozent), der italienischen Post (19,5 Prozent), der Bank Unicredit (13 Prozent), dem Industriellen Roberto Colaninno (10,2 Prozent), Benetton (7,4 Prozent), Air France-KLM (7 Prozent) sowie weiteren kleineren italienischen Aktionären. Seit dem 2. Mai 2017 befindet sich die Fluggesellschaft in der Insolvenz.

Kredit wird bald fällig

Sie fliegt aber munter weiter. Möglich machen das zwei staatliche Darlehen von insgesamt 900 Millionen Euro. Dieses Geld muss Alitalia bis zum Ende des Jahres zurückzahlen.

Die letzte Regierung hatte versucht, einen strategischen Partner für Alitalia zu finden. Easyjet und Lufthansa galten als aussichtsreiche Kandidaten für eine Übernahme.



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