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Air New Zealand, Norwegian, Eurowings

Diesen Airline-Chefs vermiest Corona den Start

Es gibt angenehmere Umstände für den Start in einen neuen Job als die schlimmste Krise der Luftfahrtgeschichte. Fünf Airline-Chefs haben keine Wahl.

Airlines/Montage aeroTELEGRAPH

Jens Bischof (Eurowings), Max Kownatzki (Sun Express), Greg Foran (Air New Zealand), Jacob Schram (Norwegian), Dieter Vranckx (Brussels Airlines).

Was macht ein neuer Firmenchef, wenn er sein Amt antritt? Zuhören, die Mitarbeiter kennenlernen, ihnen die eigene Vision und Strategie fürs Unternehmen vermitteln. So ähnlich hatte sich das auch Greg Foran vorgestellt. Der ehemalige USA-Chef des Supermarktriesen Walmart ist seit Anfang Februar Chef von Air New Zealand.

Schon Ende Januar besuchte Foran Standorte der Airline und wandte sich auch in einer E-Mail mit Fragen an die Mitarbeiter. So wolle er Air New Zealand besser verstehen, sagte der Luftfahrt-Neuling. Er gab sich 100 Tage Zeit für die Ausarbeitung seiner Strategie.

Tausende Entlassungen schon kurz nach dem Antritt

Doch diese 100 Tage Zeit hatte der Air-New-Zealand-Chef nicht. Keine zwei Monate nach seinem Amtsantritt sorgen die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise dafür, dass Foran nun ankündigte, in den kommenden Monaten rund 3500 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Einen mieseren Start in einen neuen Job kann man sich kaum vorstellen.

Auch bei Norwegian sitzt mit Jacob Schram seit Jahresbeginn ein Quereinsteiger auf dem Chefsessel. Schon vor der aktuellen Corona-Krise war klar, dass es für den ehemaligen Geschäftsführer einer Tankstellenkette nicht einfach wird, Norwegian in die schwarzen Zahlen zu führen. Mitte März brachte die Pandemie dann Europas Luftverkehr zu Boden und Schram teilte mit: «Schweren Herzens müssen wir mehr als 7300 unserer Kollegen vorübergehend entlassen.»

Neue Chefs bei Eurowings, Sun Express und Brussels

Auch Jens Bischof, der seit dem 2. März Eurowings leitet, hätte sich für seinen Start wohl bessere Umstände gewünscht als die Corona-Krise. Im Gegensatz zu seinen Kollegen bei Air New Zealand und Norwegian kann sich der ehemalige Sun-Express-Chef aber immerhin auf lange Erfahrung in der Branche und im Unternehmen verlassen. Der 54-Jährige arbeitet bereits seit 30 Jahren für den Lufthansa-Konzern.

Bischofs Stelle bei Sun Express soll derweil am 15. April Max Kownatzki einnehmen. Der 46-Jährige kommt aus dem Lufthansa-Management und besetzt beim Ferienflieger nun erstmals eine Führungsposition bei einer Fluggesellschaft. Genauso alt wie Kownatzki ist Dieter Vranckx, der seit Jahresbeginn an der Spitze von Brussels Airlines steht. Er muss nun nur kurz nach dem Antritt mit dem belgischen Staat um finanzielle Hilfen verhandeln.

IAG verschiebt Sesselwechsel aufgrund von Corona

Entlassungen wie bei Air New Zealand oder Norwegian musste keiner der Airline-Chefs der Lufthansa-Gruppe bisher verkünden. Dennoch machte Konzernchef Carsten Spohr bereits deutlich, dass Lufthansa nach der Krise kleiner sein wird als bisher. Unter diesen Vorzeichen wird es für die drei neuen Airline-Chefs sicher nicht leicht, sich zu behaupten.

Einen anderen Weg schlägt derweil IAG ein. An der Spitze des britisch-spanischen Luftfahrtkonzerns sollte eigentlich Iberia-Chef Luis Gallego am 26. März Willie Walsh ablösen. Vueling-Chef Javier Sanchez wäre dann bei Iberia nachgerückt. Mitte März erklärte IAG aber angesichts der Covid-19-Pandemie und insbesondere der Situation in Spanien, man werde die Sesselwechsel verschieben. Vorerst behält jeder der drei Manager sein Amt.



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