Der Autor mit Niki Lauda

Starke PersönlichkeitDie Type Niki Lauda

Michael Csoklich erinnert sich an den Verstorbenen, den er journalistisch über viele Jahre begleitete.

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Niki Lauda war das, was man eine Persönlichkeit nennt. Nicht wegen seiner Weltmeistertitel oder seiner Unternehmerkarriere. Diese Erfolge hatte er, weil er eine Persönlichkeit war.

Es war Ende der Achtziger Jahre, als ich Niki Lauda kennengelernt habe. Als Jungspund im Journalismus bei einer eher unbekannten steirischen Wochenzeitung habe ich um ein Interview angefragt, und es auch bekommen. Ziemlich unbeeindruckt von meinen Fragen beantwortete er diese aber trotzdem geduldig an seinem gläsernen Schreibtisch im Büro am Flughafen Schwechat.

Unsere Wege haben sich danach noch viele Male gekreuzt. Ein paar Erinnerungen flammen auf: ein Flug nach Salzburg mit dem damaligen Air Berlin Chef Hunold. Brasilianische Sambatänzerinnen bildeten den Rahmen, Lauda tanzte mit. Oder ein Flug nach Hamburg, wo Lauda von Airbus einen neuen A319 abgeholt hat. Kaum waren die Feierlichkeiten vorbei, ein reines Pflichtprogramm für ihn, trommelte er über seine Pressesprecherin alle zum Abflug zusammen. Mehr als eine Stunde früher als geplant, ein paar blieben in Hamburg zurück. Doch Lauda wollte einfach mit seinem neuen Flugzeug fliegen statt sich in Smalltalk zu üben. Ich erinnere mich daran, welchen Spaß er hatte, als er einem vollen Flugzeug mit vielen Journalisten unerwartet offenbarte, dass er 75% seiner gerade gegründeten Laudamotion an Ryanair verkauft hat.

Unvergesslich die Treffen im Cafe Imperial in Wien, wo er regelmäßig frühstückte. In einem hinteren Raum, in einer Ecke, damit ihn wenige entdecken konnten. Die Mär, er hat nichts selber bezahlt, kann ich so nicht bestätigen. Im Gegenteil: den Cafe bei Interviews hat immer er übernommen.

Niki Lauda war geradlinig und direkt, er redete nie um den heißen Brei herum. Er drückte sich nie vor einer Antwort, er hatte zu allem eine Meinung. Auch wenn er alleine damit da stand. Ob im Sport, zur Wirtschaft, zur Luftfahrt oder zur Politik. Er war immer direkt erreichbar, der Umweg über eine Sekretärin war unnötig.

Niki Lauda war im guten Sinn des Wortes ein einfacher Mensch, aber sicher nicht einfach. Er hat gelernt, mit seinen Erfolgen und seiner Popularität umzugehen. Und er hat sie, natürlich, auch genutzt. Die Kunst des Müßiggangs war ihm fremd, der Gedanke, irgendwo am Strand zu liegen, verursachte ihm Magenschmerzen.

Niki Lauda war ein weltweites Markenzeichen, nicht wegen seines roten Kapperls. Niki Lauda war, wie eingangs erwähnt, eine Persönlichkeit, mit Ausstrahlung, Charisma und Charakter. Er war, könnte man sagen, eine Type, eine Figur. Er war, ohne Social Media, eine Persönlichkeit, wovon das Land immer weniger hat, aber dringend mehr brauchen würde. Auch deshalb wird er Österreich fehlen.

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