Flieger von Air Berlin:

Claassen, Skora, SimonDie illustre Schar der Bieter für Air Berlin

Noch zehn Tage bleibt Interessenten Zeit, um ein Angebot für Air Berlin abzugeben. Fast täglich melden sich neue Kandidaten.

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Die Probleme von Air Berlin sind nicht neu. Über viele Jahre siechte die deutsche Fluggesellschaft dahin. Und alle schauten zu, während Etihad Airways sie im Alleingang mit Geldspritzen am Leben hielt und versuchte, eine Trendumkehr herbeizuführen. Jetzt, wo Air Berlin insolvent ist und der Verkauf großer Teile an Lufthansa bevorsteht, gibt es plötzlich ganz viele Kaufinteressenten. Fast täglich werden es mehr.

Der neueste Bewerber ist Wolfram Simon, Chef der Logistikgruppe Zeitfracht. «Wir schätzen den strategischen Wert der gesamten Air-Berlin-Gruppe für unser Unternehmen und sind überzeugt davon, dass wir im Interesse der Gläubiger und Mitarbeiter ein wettbewerbsfähiges und wirtschaftlich vernünftiges Angebot abgeben können», teilte er am Dienstag (5. September) mit. Zeitfracht wolle Air Berlin als Ganzes übernehmen und so den Standort Berlin stärken. Man habe die Unterlagen am Montag beim Vorstand und beim vorläufigen Sachwalter der Fluglinie eingereicht, so das Familienunternehmen.

Immobilienunternehmer und Multi-Aufsichtsrat

Doch es gibt noch mehr überraschende potenzielle Bieter. Einer davon ist der Immobilienunternehmer Alexander Skora. Der Besitzer des Happy-go-Lucky-Hostels in Berlin-Charlottenburg will die Fluggesellschaft «gemeinsam mit internationalen Investoren» kaufen, wie er am Montag bekannt gab. Die Partner kämen aus Kanada, Israel und den USA. Er habe auch ein Konzept für eine kleine Air Berlin, so Skora. Die Airline solle sich wieder vermehrt auf das ursprüngliche Geschäft konzentrieren.

Es geht weiter. Der deutsche Multi-Unternehmer und -Aufsichtsrat Utz Claassen will offenbar Air Berlin kaufen. Er wolle «einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze» sichern, erklärte er gemäß dem Magazin Spiegel dem Sachwalter. In der Hinterhand habe er «hochpotente und hochseriöse internationale Investoren», mit denen er «freundschaftlich verbunden» sei. Claassen polarisiert in der Wirtschaft allerdings und war schon in viele Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Erfahrung mit der Luftfahrt hat er nicht.

Noch zehn Tage Zeit

Interessenten haben bis zum 15. September Zeit, ihre Angebot abzugeben. Ausgestiegen sind inzwischen offiziell Ryanair und Hans Rudolf Wöhrl. Im Rennen verbleiben ganz offiziell Lufthansa und Niki Lauda; Easyjet und Thomas Cook/Condor gelten ebenfalls als sehr wahrscheinliche Kandidaten.

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