Flug EK521 von EmiratesDas Protokoll der Bruchlandung in Dubai

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben den ersten Bericht zur Bruchlandung der Boeing 777 von Emirates publiziert. Darin zeigt sich, dass wechselnde Winde den Pilot zu einem Durchstart veranlassten. Der misslang.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eines ist klar: Die Piloten von Flug EK521 von Emirates hatten keine leichte Aufgabe. Als sie am 3. August kurz nach 12:30 Uhr Lokalzeit am Dubai International Airport zur Landung ansetzten, herrschten schwierige Windverhältnisse. Für den Flughafen war zuvor eine Warnung vor Scherwinden ausgegeben worden.

Der Kapitän hatte bis dahin mehr als 7400 Flugstunden angesammelt, rund zwei Drittel davon auf der Boeing 777. Der 34-jährige Mann saß am Steuer, während sein 37-jähriger Kopilot assistierte. Der Autopilot war zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet. Der Kontrollturm hatte der Boeing 777-300 mit dem Kennzeichen A6-EMW die Erlaubnis zur Landung auf Piste 12L mit anschließendem Wegrollen über Rollweg Mike 9 gegeben.

Plötzlich kommt der Wind von vorne - und wieder von hinten

Vom Flughafen erhielt das Cockpit die Nachricht, dass Wind mit rund 11 Knoten (20 Kilometer pro Stunde) von vorne wehe. Doch dann begann sich die Lage plötzlich zu verändern. Das zeigt der erste Zwischenbericht der General Civil Aviation Authority der Vereinigten Arabischen Emirate, der am Dienstag (6. September) veröffentlicht wurde.

12:36:00 Uhr: Die Boeing 777 befand sich auf einer Höhe von rund 335 Meter und war noch 281 Kilometer pro Stunde schnell. Nun kam der Wind plötzlich von hinten. Der Autopilot wurde ausgeschaltet.

12:36:16 Uhr: Der Flieger war auf 210 Meter gesunken, der Wind von hinten wurde stärker.

12:37:07 Uhr: Die Emirates-Maschine war auf 11 Meter gesunken. Der Flugkapitän begann die Nase für die Landung zu heben. Der Schub war nun auf Null.

12:37:12 Uhr: Fünf Sekunden später befand sich das Flugzeug noch 1,5 Meter über Boden. In diesem Moment änderte die Windrichtung wieder. Der Wind kam nun wieder von vorne.

12:37:17 Uhr: Das rechte Hauptfahrwerk setzt auf der Piste auf, drei Sekunden berührt auch das linke den Boden. Das Bugfahrwerk dagegen war noch in der Luft.

12:37:19 Uhr: Das automatische Warnsystem gibt die Meldung «Long landing, long landing» aus. Das bedeutet, dass die Maschine weit hinter dem idealen Aufsetzpunkt herunter gekommen ist.

12:37:23 Uhr: Die Boeing 777 hat wieder abgehoben. Die Klappen werden für einen Durchstart gesetzt, der Hebel zum Einfahren des Fahrwerks wird betätigt. Die Räder beginnen einzuklappen. Der Kontrollturm erteilt die Erlaubnis geradeaus weiter zu fliegen und auf 1200 Meter zu steigen. Die Anweisung wird vom Cockpit bestätigt.

Ca. 12:37:30 Uhr: Das Flugzeug steigt auf bis zu 26 Meter, die Geschwindigkeit beträgt aber nur 248 Kilometer pro Stunde. Das Flugzeug beginnt wieder zu sinken. Der Kopilot ruft: «Check speed» (Geschwindigkeit überprüfen).

12:37:35 Uhr: Die Schubregler werden auf volle Kraft gesetzt.

12:37:36 Uhr: Die Warnmeldung «Don't sink, don't sink» ertönt.

12:37:38 Uhr: Die Boeing 777 von Emirates schlägt mit dem Heck auf der Piste auf. Dann knallen die Triebwerke und zuletzt die Nase auf die Piste. Sie schlittert der Piste entlang, das rechte Triebwerk wird abgetrennt und ein Feuer bricht aus.

Ca. 12:38:30 Uhr: Nach einer Minute gibt der Kapitän den Notruf «Mayday» aus und lässt das Flugzeug evakuieren.

Beim Unglück starb ein Feuerwehrmann. Ein Besatzungsmitglied erlitt eine schwere Rauchvergiftung und musste fünf Tage lang im Krankenhaus behandelt werden. 23 Insassen erlitten leichte Verletzungen, 276 blieben unversehrt. Die weitere Untersuchung des Unglücks von Flug EK521 wird rund drei bis fünf Monate in Anspruch nehmen.

Den Zwischenbericht (in Englisch) gibt es hier zum Download.

Mehr zum Thema

ticker-emirates

Emirates akzeptiert nun Zahlungen in Kryptowährungen - allerdings über einen Umweg

Hochgeklappte Flügelspitze einer Boeing 777X: Hat sie das Interesse von United geweckt?

Kauft United Airlines die Boeing 777X, die Emirates nicht haben will?

Airbus A380 von Emirates: In China mussten jetzt 373 Reisende eine ganze Nacht im Superjumbo aushalten.

Emirates-Passagiere müssen eine Nacht im Airbus A380 ausharren

Zu Beginn des Iran-Kriegs in Zürich geparkter Airbus A380 von Emirates: Die Golfairline sieht beste Buchungszahlen.

Emirates-Präsident: «Wir haben schon viele Krisen überstanden»

Video

alaska airlines missionarin
Eine christliche Influencerin hielt in einem Flugzeug von Alaska Airlines unaufgefordert eine Rede über Gott und Jesus - und das nicht zum ersten Mal. Nun musste sie am Gate weiterpredigen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a321 neo jetsmart sprayer
Sprayer haben am Flughafen Santiago de Chile einen Airbus A321 Neo besprüht, der noch nicht mal ein Jahr alt ist. Es handelt sich um einen von drei Jets im Besitz von Jetsmart, die Wizz-Air-Farben tragen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil