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Corona-Krise

Condor zwischen Sonderflügen und Staatshilfe

Den Ferienflieger trifft die Corona-Krise in einem heiklen Moment. Condor setzt aber weiterhin auf eine Übernahme durch die polnische PGL.

Condor

Jet von Condor: Gerade noch für Rückflüge benötigt.

Vor einer Woche war Condor noch optimistisch. Man fliege «nach wie vor mit einer stabilen Auslastung bei durchschnittlich 90 Prozent, die wir auch für die kommenden Wochen erwarten», sagte eine Sprecherin da noch. Seitdem hat sich für die gesamte Luftfahrt viel geändert. Durch die Corona-bedingten Reisebeschränkungen der USA und vieler anderer Länder musste auch Condor mittlerweile ihre normales Ferienflugangebot einstellen.

Zurzeit bringt die Airline Urlauber zurück nach Deutschland. Bis Sonntag plane man knapp 180 Flüge, so Condor. Das seien zum einen reguläre Rückflüge, zum anderen Sonderflüge, die man gemeinsam mit Reiseveranstaltern sowie dem Auswärtigen Amt im Rahmen der Initiative «Luftbrücke» durchführe. «Condor wird somit in den nächsten Tagen mindestens 50.000 Urlauber zurück nach Deutschland bringen.» Weitere Flüge seien in Prüfung.

Ferienflieger prüft Staatshilfen

Die Frage ist, wie Condor nach den Rückholflügen weitermacht, denn die Corona-Krise kommt für den Ferienflieger in einem heiklen Moment. Nach der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook hatte er sich im Herbst vergangenen Jahres in ein Schutzschirmverfahren gerettet und einen staatlich abgesicherten Kredit in Höhe von 380 Millionen Euro erhalten. Nun will Condor den Schutzschirm eigentlich Ende März verlassen, von der polnischen Lot-Mutter PGL übernommen werden und den Kredit dann zurückzahlen.

Nun könnte die Fluggesellschaft womöglich noch von dem Teil des bereist gewährten Kredites zehren, den sie bisher nicht benötigt hat. Andererseits sieht es dennoch so aus, als würde Condor weitere Hilfe benötigen. So sagte eine Sprecherin auf Anfrage von aeroTELEGRAPH, man konzentriere sich zurzeit zwar auf die Rückholaktion. «Natürlich prüfen wir aber Anträge auf Staatshilfe (zum Beispiel Kurzarbeit) und sind dazu mit Gewerkschaften und Sozialpartnern in Gesprächen.»

Condor setzt weiterhin auf PGL

Schwer einzuschätzen ist, was die Krise für PGL bedeutet. Ihre Tochter Lot hatte nach Reisebeschränkungen der polnischen Regierung als eine der ersten Airlines in Europa den Betrieb temporär ganz ausgesetzt. Die Condor-Sprecherin erklärte, PGL halte an den Übernahmeplänen fest. «Wir sind in Gesprächen mit PGL, die uns weiterhin übernehmen wollen, und bewerten die aktuelle Lage gemeinsam.»

Wie lange die Corona-Krise sich hinzieht und wie schwer sie sowohl Condor als auch PGL trifft, ist im Moment nicht abzusehen. Condor-Chef Ralf Teckentrup hatte im Februar zwar erklärt, die Polen könnten sich nicht einfach von dem Kauf zurückziehen. Allerdings ist unklar, was passiert, wenn PGL den Betrag nicht mehr zahlen könnte oder Condor womöglich zusätzliche Kredite benötigen würde und später zurückzahlen müsste.



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